Corona demoliert Wirtschaft. Angst vor Zukunft ist größer als Sorge vor dem Virus. Firmenchefs hoffen auf Entgegenkommen.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 02. April 2020 (05:34)
Helmut Gelter: „Ich weiß wirklich nicht, wie es weitergehen soll.“
Kopitz

Die Auswirkungen der Coronakrise haben die Stadt nach wie vor fest im Griff. Die Straßen sind leer und die Geschäfte und Restaurants geschlossen. Der Rathausplatz, wo man regulär kaum einen Parkplatz bekommt, ist menschen- und fast autoleer.

Viel größer als die Angst vor dem Virus ist die Angst vor der Zukunft, denn die Wirtschaft liegt am Boden. Tourismus, Gastronomie sowie Klein- und Mittelbetriebe sind besonders betroffen.

Siegfried Schicklgruber: „Ich glaube nicht, dass nach Ostern alles vorbei ist.“
NOEN

„Das Clever-Hotel ist geöffnet. Die Rezeption ist aber zu, man kann nur über den Check-In hinein. Es sind aber nur sehr wenige Gäste da. Und das Lokal ,Mahlzig’ hat selbstverständlich geschlossen“, berichtet Siegfried Schicklgruber, Manager des Hotels. Er denkt, dass die ganze Corona-Zeit eine riesige Inflation mit sich bringen wird. „Es ist zwar für viele Menschen gut, um sich darauf besinnen zu können, was wirklich im Leben wichtig ist. Aber wir wissen nicht, wie es weitergeht. Ich glaube nicht, dass nach Ostern alles vorbei ist.“

Coronakrise ist mit Ostern nicht beendet

„Man kann nur abwarten, wie es weitergeht. Der Wirtschaft wird Corona noch lange nachhängen. Ich bin schon gespannt auf das Chaos, wenn es wieder losgeht“, sagt Claudia Schwankhart, die ihren Friseursalon in der Kremser Straße zusperren musste. Sie sei am Anfang ganz verzweifelt gewesen, aber es sortiere sich alles neu.

Claudia Schwankhart: „Hoffe, dass es zumindest im Mai eine Lockerung gibt.“
NOEN

„Das Ganze hat aber auch etwas Gutes, es muss jeder auf die Bremse steigen und kann darüber nachdenken, was wichtig im Leben ist und ob wir das wirklich alles brauchen. Was mir gefällt, ist, dass man einfach wieder näher zusammenrückt“, so Claudia Schwankhart.

Dass nach Ostern alles vorbei ist, glaubt auch sie nicht: „Ich hoffe aber, dass es zumindest im Mai eine Lockerung gibt, ich würde es mir wünschen.“

Wenig zuversichtlich blickt Helmut Gelter vom Rad-Servicecenter in der St. Pöltner Straße in die Zukunft. Er darf laut Wirtschaftskammer für Service-Arbeiten offenhalten – und macht das auch an den Vormittagen, nachmittags steht er per Telefon zur Verfügung. „Ich weiß es nicht, wie es weitergeht. Es ist zwar sehr positiv, dass man auf die alten Stadtbewohner schaut. Aber wie schaut es mit uns Klein- und Kleinstunternehmern aus? Es wäre schön, wenn man auch seitens der Gemeinde mit uns einmal sprechen würde. Von einigen Geschäftsinhabern hier in der St. Pöltner Straße wurde schon angeregt, dass die Straßenarbeiten, die ja für heuer angekündigt wurden und in nächster Zeit irgendwann anstehen, auf kommendes Jahr verlegt werden. Denn die Straßensperre im vergangenen Jahr, jetzt das Coronavirus und dann wieder Straßensperre, das halten wahrscheinlich die wenigsten Betriebe durch.“