Debatte bei NÖN-Wahldiskussion blieb fair und sachlich. Die sechs Spitzenkandidaten erläuterten Programme für die kommenden fünf Jahre sowie ihre Wahlziele.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:06)
Gespannt lauschte das Publikum den Ausführungen der Protagonisten am Podium.
Hans Kopitz

Bürger aus 567 Gemeinden wählen am kommenden Sonntag in Niederösterreich ihre Vertreter – auch die Stiftsstadt Herzogenburg ist dabei. Aus diesem Grund lud vergangene Woche die NÖN zu einer „Elefantenrunde“ in den Sitzungssaal des Rathauses. Redaktionsleiter Alex Erber begrüßte die Vertreter der sechs Parteien beziehungsweise Listen, die antreten – Bürgermeister Christoph Artner, Erich Hauptmann, Martin Hinteregger, Franz Gerstbauer, Thomas Wingelmayr und Hermann Feiwickl – und die Gäste, die zum Großteil aus den Kandidaten bestanden, die sich für die Parteien aufstellen hatten lassen.

Durch den Abend führte NÖN-Redakteurin Lisa Röhrer. Sie stellte die Fragen, wobei die Debatte stets fair und sachlich verlief. Wer erwartet hatte, dass sich die Kandidaten verbal abwatschen, wurde enttäuscht.

Natürlich gab es viele verschiedene Meinungen, aber auch einige, wo man sich durchaus gemeinsam wiederfinden konnte – wie bei der Frage „Was ist in den vergangenen fünf Jahren gelungen?“, wobei SP-Bürgermeister und Spitzenkandidat Christoph Artner meinte, dass es Vieles gibt, was gut funktioniert und wo alle an einem Strang ziehen. „Viel Herzblut ist über Jahrzehnte in die Arbeit hineingeflossen, natürlich ist nicht alles perfekt, aber man spürt, dass sich die Menschen hier wohlfühlen, obwohl natürlich Einiges verbesserungswürdig ist.“

Dank ging an den Stadtamtsdirektor

Sowohl die FP als auch die VP und die Grünen sind stolz auf das neue Rathaus, das zwar zuerst manchmal auf Ablehnung stieß, aber nun doch „angekommen“ ist. Franz Gerstbauer von den Grünen betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit ist und dass jeder sich einbringt. Besonders stolz ist er auf die funktionierende Nachmittagsbetreuung in den Volksschulen und auf den Fahrdienst, der inzwischen schon 100 Mitglieder hat. FP-Spitzenkandidat Martin Hinteregger bedankte sich bei Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer, der mithalf, dass im Verkehrswesen – wie Kreisverkehr, Fußgängerübergänge oder Spiegel – viel umgesetzt werden konnte.

Beim Verbesserungsbedarf bemerkte VP-Spitzenkandidat Erich Hauptmann, dass der Stau vor dem Bahnübergang in der St. Pöltner Straße manchmal bis in die Innenstadt reicht, dass die Radwege Richtung Osten sicherer gestaltet werden müssten – und dass die Stadt ein Veranstaltungszentrum braucht: „Wenn man in Herzogenburg heiraten möchte, ist man mit mehr als 100 Gästen am Ende.“

Martin Hinteregger will mehr Innenstadtbelebung, denn es gebe fast keine Geschäfte mehr, er hofft, dass künftig die Lokführer die Schranken schließen können, sodass Behinderungen durch den Stau gemildert werden können. Außerdem glaubt er, dass „eine Mehrzweckhalle der Gemeinde nicht erspart bleiben wird.“

Auch Christoph Artner wünscht sich, dass man nicht durch die ganze Stadt wandern muss, um den täglichen Bedarf abzudecken. Er forciert zudem eine weitere Attraktivierung des Schulstandortes, Stichwort „Schul-Campus“.

Franz Gerstbauer will wieder eine grüne Allee rund um die Stadt, wie sie früher einmal war, und ein lokales Zentrum für Nahversorger.

Öffnung des Reitherhauses

Hermann Feiwickl von der neuen Bürgerliste „HERZ“ sprach das Thema Klimaänderung an und betonte, dass auch die Arbeitsplätze erhalten werden müssen, denn sie seien genauso wichtig wie das Klima. Thomas Wingelmayr von der Liste „Blüh“ schlug vor, dem fehlenden öffentlichen WC durch Öffnen des Reitherhauses, wo eines vorhanden ist, entgegenzuwirken.

Natürlich hoffen alle Spitzenkandidaten, bei der kommenden Wahl gut abzuschneiden – VP und FP wollen wieder Verantwortung für Herzogenburg übernehmen, die Grünen hoffen, dass sie stärker werden, das Ziel von „HERZ“ ist es, in den Gemeinderat einzuziehen – und „Blüh“ wünscht sich ein zweites Mandat. Christoph Artner von der SP blickt mit einem jungen Team in die Zukunft, dessen Ziel es ist, wieder die „maßgebliche Kraft in Herzogenburg“ zu sein.