Herzogenburg

Erstellt am 10. Januar 2017, 05:39

von Hans Kopitz

Dunkle Wolken über dem Gastro-Himmel. Schmankerl-Heuriger Groiss und Ristorante Alessandro haben zugesperrt. Es gibt angeblich Interessenten für Übernahmen.

Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann gratulierte Helmut Gelter und Walter Kaiblinger (von links) zu ihrem Entschluss, sich in Herzogenburg ein neues Geschäftslokal zu suchen; was schließlich gelungen ist.  |  NOEN, Hans Kopitz

Mit Gerhard Groiss und Alexander Kerschner haben zwei prominente Gastronomen das Handtuch geworfen. Die Nachfolge ist noch ungeklärt.

Beim Schmankerl-Heurigen Groiss in der St. Pöltner Straße - bekannt bei vielen Gästen auch aus der Landeshauptstadt für die abwechslungsreiche Speisekarte und die aufmerksame Bedienung - gab es Ende Dezember den letzten Frühschoppen für die Mitglieder der Herrenrunde, die einander dort zum Diskutieren trafen. Es könnte „Auferstehung“ gefeiert werden, denn wie die NÖN in Erfahrung brachte, interessieren sich Herzogenburger Gastronomen für dieses urige Lokal, das sich auch für größere Gruppen eignet und dessen Innenhof besonders im Sommer bei den Gästen sehr beliebt war.

Und auch das Ristorante Alessandro am Rathausplatz, das ganz plötzlich geschlossen wurde, soll - in welcher Form, ist noch nicht ganz sicher - eine Fortsetzung finden.

„Berufliches Angebot auf anderem Sektor“

„Ich habe das Lokal damals übernommen, als meine Vorgängerin in Konkurs gegangen ist, aber jetzt möchte ich ein neues Kapitel in meinem Lebensbuch aufschlagen. Die Schulden sind getilgt und ich habe ein tolles berufliches Angebot - auf einem ganz anderen Sektor - bekommen, das ich unbedingt annehmen möchte“, erklärt Alexander Kerschner. Welches? „Darüber möchte ich erst sprechen, wenn das Ganze unter Dach und Fach ist. Aber hier geht es sicher weiter, denn es haben sich schon einige Interessenten gemeldet, die das Lokal übernehmen wollen.“

Es wäre auch schade gewesen, wenn gerade dieses Haus aus dem Jahre 1669, in dem schon ab 1751 der Bierbrauer Sebastian Anton Post sein Getränk unter die Bürger brachte und das in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts bei der damaligen Jugend als „U-Boot“ heute noch vielen in Erinnerung ist, seine Tür für immer geschlossen hätte.

Ein Gerücht, das gerade in Herzogenburg die Runde macht, kann Stiftspropst Maximilian Fürnsinn nicht bestätigen: Es wird - vorläufig noch hinter vorgehaltener Hand - erzählt, dass die Familie Schelling, die ja auch das Stiftsweingut in Wielandsthal übernommen hat, das ehemalige Heurigenlokal im Stiftsmeierhof umbauen will, um dort wieder einen Buschenschank-Betrieb zu eröffnen. „Das höre ich zum ersten Mal - also mir ist Derartiges nicht bekannt“, so Fürnsinn zur NÖN.

Von Kremser Straße auf das Fischer-Areal

Auch abseits der Gastronomie hat sich zuletzt am Wirtschaftssektor Einiges getan. Helmut Gelter mit seinem Radservice und Schraubenspezialist Walter Kaiblinger haben nicht das Handtuch geworfen und der Stiftsstadt den Rücken gekehrt, als sie mit Jahresende ihre Geschäfte in der Kremser Straße beim Nord-Kreisverkehr schließen mussten. Wie berichtet, ist das Haus, in dem die Geschäfte untergebracht waren, verkauft worden.

Sie zogen in der St. Pöltner Straße auf das Fischer-Areal, wo früher eine Filiale des ehemaligen Diskonters Zielpunkt untergebracht gewesen war. „Wir hoffen natürlich, dass uns die Kunden treu bleiben, auch wenn sie aus dem Norden jetzt ein bisschen weiter zu uns haben“, so die beiden Geschäftsmänner lachend.

Traurige Nachricht hingegen vom Schillerring: Dass Fischer-Gitter, eine seit 1908 bestehende Herzogenburger Traditionsfirma, in die Insolvenz geschlittert ist, hat die NÖN exklusiv im August berichtet. Damals bestand noch Hoffnung auf die Fortführung. Jürgen Fischer musste nun aber leider endgültig aufgeben.