Fahrraddieb leugnete Tat am Herzogenburger Bahnhof. Fahrraddieb leugnete Tat am Bahnhof. Jedoch war die Aktion auf einem ÖBB-Überwachungsvideo lückenlos dokumentiert.

Von Karin Katona. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:28)
Der Fahrrad-Abstellplatz wurde Mitte Mai zum Tatort.
Hans Kopitz

Reue und eine Entschuldigung für die von ihm verübte Tat kamen für einen Fahrraddieb aus Herzogenburg zu spät: Er musste am vergangenen Dienstag vor dem Landesgericht für den begangenen Diebstahl Rede und Antwort stehen.

Eine 29-Jährige aus der Stiftsstadt hatte Mitte Mai auf der Polizeiinspektion Herzogenburg Anzeige gegen einen unbekannten Täter gestattet. Zuvor war der Frau ihr Fahrrad vom Abstellplatz am Hauptbahnhof gestohlen worden.

Videoaufzeichnungen zeigten einen Mann, der das Schloss durchtrennte und das Fahrrad anschließend vom Abstellplatz entfernte.

Fünf Tage später meldete sich der mutmaßliche Täter, ein 26-jähriger gebürtiger Tschetschene, selbst telefonisch bei der Polizeiinspektion Herzogenburg. Zum Fahrraddiebstahl war er nicht geständig – auch nicht vor Richterin Doris Wais-Pfeffer beim Prozess am Landesgericht St. Pölten. Diese zeigte das am Bahnhof aufgenommene Überwachungsvideo, auf dem klar erkennbar ist, dass der Angeklagte das Rad nicht nur entwendet, sondern vorher auch das Fahrradschloss aufgebrochen hat.

Angeklagter war bislang unbescholten

„Schauen sie sich das an. Dass sie das Rad verwechselt haben, ist eine völlig unglaubwürdige Schutzbehauptung“, sagt die Richterin zum Angeklagten. Er fasst für den Diebstahl fünf Monate bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren aus. Als mildernde Umstände gelten sein bisher unbescholtener Lebenswandel und die tätige Reue, die er nach der Tat gezeigt hat.