Geheime Liebe: „Schaufel dein Grab!“. Als geheime Liebe einer Türkin ans Licht kam, rastete Familie aus. Mit Baseballschläger setzte es Abreibung für den Freund.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 27. Oktober 2014 (15:00)
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Die Liebe zu einer Landsfrau kam einem jungen Türken teuer zu stehen, für verletzte Ehre revanchierten sich zwei Brüder und deren Vater mit Baseballschläger und Stanleymesser.

„Ich hab’ Angst um mein Leben gehabt“

„Du kannst dir dein Grab schaufeln, ich schlitze dir die Kehle auf!“, drohte der ältere Bruder dem Opfer, als er von der geheimen Beziehung seiner Schwester erfuhr.

Zu Hause in Herzogenburg setzte es dann Schläge für die junge Frau, ihr Freund aus dem Bezirk St. Pölten erhielt vom älteren Bruder die Nachricht, dass der Vater „durchdrehe, vorhabe, die Tochter umzubringen“. Um zu helfen, fuhr der 21-Jährige zum Haus der Familie.

Mit dem Baseballschläger wartete dort der 17-jährige Bruder. „Mehrmals hat jemand auf mich eingeschlagen, ich war kurz weg. Dann hat der Vater mit einem Stanleymesser in meine Richtung gestochen. Ich hab’ Angst um mein Leben gehabt, bin auf die andere Straßenseite gelaufen, gestürzt. Sie sind mir nach, ich habe mich an eine Hauswand gelehnt, wollte zum Auto“, erzählt der 21-Jährige im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Ausgemacht, dem Opfer eine Abreibung zu verpassen“

Dem älteren Bruder war es der Gewalt dann doch zu viel, er stellte sich schützend vor das Opfer. „Der Vater wollte mich weiter attackieren, der jüngere Bruder hat die Tür meines Autos eingetreten. Ich bin zum Auto gerannt und gefahren“, so der 21-Jährige weiter, und: „Ich war blau, hatte Stichwunden an Hand und Stirn, ein Finger war gebrochen. Schlafstörungen hab’ ich. Ich bringe diesen Tag nicht mehr aus meinem Kopf.“

„Es wäre etwas anderes gewesen, wenn er mit Schokolade und Blumen gekommen wäre“, sagt der 17-jährige Angeklagte zu dem Vorfall. „Es war ausgemacht, dem Opfer eine Abreibung zu verpassen“, meint Richter Markus Grünberger.

Für den Vater und den älteren Bruder setzt es zehn Monate teilbedingt, eines davon hinter Gittern. Der Jüngste kommt mit sechs Monaten bedingt davon. Nicht rechtskräftig.