Feuerwehr stimmt für die Fusion. Deutlicher Sinneswandel in Herzogenburg und Oberndorf/Ebene: Geheimes Votum zu einer geplanten Fusion endet mit klarem 36:1. Entsteht nun das neue Feuerwehrhaus auf dem Messer-Areal?

Von Alex Erber. Erstellt am 28. Januar 2020 (04:11)
Shakehands der beiden Feuerwehrkommandanten: Franz Burgstaller, Stefan Zwicker, Roswitha Embacher, Stephan Luef, Christoph Artner, Ralf Haselsteiner, Ferry Fessl, Florian Schmidtbauer, Rudi Singer (von links).
FF

Die Freiwillige Feuerwehr Herzogenburg-Stadt hat bei ihrer Mitgliederversammlung in der Feuerwehrzentrale die Weichen für die Zukunft gestellt. In geheimer Abstimmung votierten die Silberhelme für ein neues Feuerwehrhaus, was die Fusion der Stadtfeuerwehr mit der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf/Ebene beinhaltet.

Kommandant Ralf Haselsteiner konnte im 151. Bestandsjahr neben 45 Mitgliedern auch zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Christoph Artner, begrüßen. Ebenfalls anwesend waren Abschnittsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Rudi Singer, Unterabschnittsfeuerwehrkommandant Franz Burgstaller, das komplette Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf/Ebene mit Kommandanten Stephan Luef, Kommandant-Stellvertreter Stefan Zwicker und Verwalterin Roswitha Embacher, Oberrettungsrat Christoph Eder vom Roten Kreuz Herzogenburg sowie Bezirksinspektor Michael Hubegger von der Polizeiinspektion Herzogenburg.

Bei der Mitgliederversammlung konnten abermals eindrucksvolle Zahlen des abgelaufenen Jahres berichtet werden.

Das Hauptaugenmerk lag bei 160 Einsätzen, die von 839 Mitgliedern mit 1.314 Einsatzstunden geleistet wurden.

Freude über sechs neue Atemschutzgeräte

Von den insgesamt 82 Mitgliedern wurden nicht weniger als 89 Übungen mit weiteren 1.346 Stunden absolviert, um bestens für jedwede Einsatzlage vorbereitet zu sein.

Bei weiteren 437 Tätigkeiten im Ausmaß von 4.700 Stunden wurden die Vor- und Nacharbeiten für Einsätze oder Wartungen durchgeführt.

Ein großer Brocken waren die vielen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr anlässlich des 150-jährigen Bestandes der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenburg-Stadt. „Dank der großen Unterstützung der Bevölkerung und der Stadtgemeinde konnten sechs neue Atemschutzgeräte in Dienst gestellt werden“, berichtete Kommandant Ralf Haselsteiner.

Im Zuge der Mitgliederversammlung wurden auch richtungsweisende Entscheidungen getroffen.

Die Neuanschaffung von persönlicher Schutzausrüstung im Jahr 2020 (sowohl Branddienst als auch Bekleidung für den technischen Einsatz) ist einstimmig beschlossen worden

Weiters führte man eine neuerliche Abstimmung für ein gemeinsames Feuerwehrhaus, das auf dem Areal der Firma Messer Austria errichtet werden soll und die Fusion der Feuerwehren Herzogenburg-Stadt und Oberndorf in der Ebene beinhaltet, durch.

Bürgermeister Christoph Artner erklärte vorab noch einmal den aktuellen Projektstatus sowie Neuigkeiten dazu. Im Anschluss wurde unter der Leitung des Unterabschnittsfeuerwehrkommandanten eine geheime Abstimmung abgehalten.

Vage Überlegungen schon im Jahr 2007

Bei dieser wurde ein klares Votum für ein neues Feuerwehrhaus (36:1 Stimmen) sowie für die bei Fertigstellung des Feuerwehrhauses erfolgende Fusion der Feuerwehren Herzogenburg-Stadt und Oberndorf in der Ebene abgeben.

Zur Erinnerung: Die ersten, relativ vagen Überlegungen hinsichtlich eines Zusammenschlusses hat es bereits im Jahr 2007 gegeben. 2015 hatte die Freiwillige Feuerwehr Oberndorf/Ebene mit 25:12 für die Fusion gestimmt, 2013 war sie noch klar dagegen gewesen. Vor vier Jahren stimmte die Freiwillige Feuerwehr Herzogenburg-Stadt mit 20:13 gegen die Fusion. Einer der Hauptgründe der damaligen Ablehnung war der geplante des neuen Feuerwehrhauses in der Hainer Straße („Blaulichtzentrale“). Die Anfahrt ins zentrale Einsatzgebiet der Stadtfeuerwehr wäre von möglicherweise erheblichen Verzögerungen geprägt gewesen.

Bürgermeister Artner und Kommandant Haselsteiner unisono: „Wir danken für dieses eindeutige Ergebnis, das einen wichtigen Schritt in die Zukunft darstellt sowie zur langfristigen Sicherung des Herzogenburger Feuerwehrwesens beitragen wird. Wir hoffen auf eine rasche Umsetzung.“