Herzogenburg

Erstellt am 09. Januar 2017, 15:44

von Hans Kopitz

Fürnsinn: „Glaube fordert Geist der Unterscheidung“. Propst warnte: „Geistig sind wir dabei, im Nirgendwo zu landen.“ Bürgermeister wies auf „90 Jahre Stadt“ hin.

Beim Smalltalk im Sparkassensaal: Evelyne Moser-Bruckner, Obfrau der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft, Vizebürgermeister Christoph Artner, Sylvia Müller und Alfred Hertlein-Zederbauer sowie Volksbank-Direktor Wolfgang Keiblinger (von links).  |  NOEN

„Eigentlich müsste ich ja heute bei den Blaulicht-Organisationen sitzen“, scherzte Propst Maximilian Fürnsinn. Er schien am vergangenen Freitag mit einem riesigen „Veilchen“ zum traditionellen Neujahrsempfang erschien, zu dem heuer die Stadtgemeinde neben den Ehregästen auch Vertreter aller 69 Vereine eingeladen hatte. Der Propst war zu Silvester gegen eine Tür gelaufen.

Jubiläum und Wohnbau als Zwickers Themen

Da sich Propst und Bürgermeister bei den alljährlichen Neujahrsempfängen ablösen, kam heuer wieder Franz Zwicker dran, nachdem man sich vergangenes Jahr in der Prälatur des Stiftes getroffen hatte. Da zurzeit durch den Rathausumbau kein geeigneter Raum zur Verfügung stand, stellte Sparkassendirektor Walter Dörflinger wie schon so oft den Sparkassensaal für den Empfang zur Verfügung.

Franz Zwicker beleuchtete in seiner Ansprache zwei Themen. Er wies auf das Jubiläum „90 Jahre Stadterhebung“ hin, das im September gefeiert wird. Und er betonte die rege Wohnbautätigkeit in der Stiftsstadt. Wie berichtet, entstehen nicht nur in der Traismauer Straße 66 neue Wohnungen, sondern auch in Ossarn werden 22 bei der Knabb-Tankstelle errichtet.

Wohnungen direkt am Rathausplatz

Nachdem im ehemaligen Herzoghaus in der Kremser Straße die 18 Kleinwohnungen fertig sind, wird mit dem Umbau der ehemaligen Billa-Filiale am Rathausplatz begonnen, wo auch neue Wohnungen entstehen. Die Firma Lux-Bau hat die Gerhold-Villa erstanden. Weil sie dort neben einem Technologie-Zetrum im Garten auch Wohnungen errichten will, dürfte auf dem Wohnungssektor der Mangel beträchtlich kleiner werden. Sorgen machen Zwicker jedoch das Nemschitz-Areal und die geplanten Wohnungen beim City-Hotel.

Propst Maximilian Fürnsinn unterstrich, wie wichtig es sei, auf die Situation unserer Zeit und Gesellschaft zu schauen, die generell in Europa erdrückend erscheint und durch Klimawandel und Druck der Migranten wenig Positives verspricht. „Geistig sind wir dabei, im Nirgendwo zu landen. Die schwelenden Konflikte werden radikaler, Gott verdurstet und andere Religionen werden nach vorne drängen. Wer keine Antwort gibt - dem wird eine gegeben. Glaube fordert den Geist der Unterscheidung - und den brauchen wir dringend.“

Die musikalische Umrahmung der Feier übernahmen Anita Hofmann und Györgyi Soskone-Graf. Die Stadtgemeinde lud anschließend zum Aufstrich-Buffet. Den Sekt dazu spendierte die Sparkasse.