Gastro in Krise: Mittagsmenü ist nur eine Notlösung. Eine ganze Branche ist am Boden. „Portionen, die wir verkaufen, sind zum Überleben nicht genug“, sagt Pizzeria-Chef Ender.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:26)
Helmut Mayrhofer (links) holt regelmäßig sein Mittagessen im Herzogenburger Bahnhofsrestaurant von Anton Buchsbaum (rechts) ab. Das Menü wird jeden Tag von Mandy Grohmann, die gerne im Hintergrund bleibt, frisch zubereitet.
NOEN

Dass die ohnehin schwerst gebeutelte Gastronomie bis Ostern nicht aufsperren darf, traf die Branche neuerlich wie ein Keulenschlag. Da nützen auch nach heftigen Protesten vage Ankündigungen nichts, die ein früheres Öffnen in Aussicht stellen.

„Der Branche geht es sehr schlecht, ich glaube, dass das mittlerweile allgemein bekannt ist“, bringt es Aysel Ender auf den Punkt. „Die wenigen Portionen Essen – drei bis vier zu Mittag und drei bis vier am Abend –, die täglich verkaufen, sind zum Überleben einfach nicht genug, denn die Zahlungen gehen ja weiter“, erklärt der Chef der Pizzeria Endo am Rathausplatz.

„Der Branche geht es sehr schlecht, ich glaube, dass das mittlerweile allgemein bekannt ist“,

Natürlich sei er für eine Öffnung – wenn möglich noch vor Ostern – denn man habe im Lokal Platz genug, um Abstand halten zu können. Dieser Abstand sei in vielen anderen derzeit offenen Geschäften, wo sich die Kunden zum Teil drängen, nicht gewährleistet.

Die aktuellen Herausforderungen sind für Aysel Ender ganz einfach formuliert: „Wir wollen trotz Lockdown überleben können. Fragt sich nur, wie lange noch“, blickt er traurig in den kalten Pizza-Ofen. Die Pizzeria Endo ist im ehemaligen „Alten Brauhaus“ situiert. Es beherbergte in den 60er und 70er Jahren das besonders bei der Jugend beliebte „U-Boot“, benannt nach dem großen Kellerraum, der gemeinsam mit dem Straßenlokal genug Abstand für die Gäste bieten würde.

„Wir wissen nicht, wie es weitergeht, denn die Vorschriften werden von der Regierung ja täglich geändert.“

Anton Buchsbaum vom Herzogenburger Bahnhofsrestaurant blickt, und dabei ist er nicht allein, der Zukunft mit gemischten Gefühlen entgegen: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, denn die Vorschriften werden von der Regierung ja täglich geändert.“ Der Branche gehe es jedenfalls schlecht bis sehr schlecht: „Wir Wirtsleute hoffen alle, dass spätestens zu Ostern – besser wäre natürlich früher – die Lokale wieder aufsperren dürfen, denn sonst ist es für viele zu spät. Obwohl bei uns das Mittagsmenü, das am Fenster abgeholt werden kann, gut geht, ist es natürlich nur eine Notlösung. Abends haben wir zugesperrt.“

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