Georg Pummer appelliert an den Respekt vor Risikogruppe. Georg Pummer wäre bei der Münchner Kunstmesse dabei gewesen, doch die Coronakrise zwang zur Absage. Nun appelliert er an den Respekt vor der Risikogruppe.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 24. März 2020 (04:59)
In Karlsruhe traf Georg Pummer (links) auch seinen mittlerweile guten Freund und Galeristen Atilla Kirbas der dort auch seine Galerie hat. „Mit ihm realisiere ich neue Projekte und Ausstellungen“, so der Künstler.
privat

Am vergangenes Wochenende hätte die „Stroke Art Fair 2020“, eine Kunstmesse in München, über die Bühne gehen sollen, bei der in den vergangenen Jahren mehr als 350 Künstler live präsentierten, wie vielfältig und kreativ junge zeitgenössische Kunst sein kann. Sie ist dem Coronavirus zum Opfer gefallen.

Darüber waren natürlich zahlreiche Protagonisten nicht erfreut, darunter auch Herzogenburgs Vorzeigekünstler Georg Pummer, der derzeit an einer Serie zu bekannten Charakteren aus Filmen arbeitet und nach seinen Erfolgen bei der Kunstmesse in Karlsruhe und bei der „artist’s place“ im arte Hotel Krems dabeigewesen wäre.

„Eine Frage der Solidarität“

„Diese Kunstmessen sind sehr wichtig für mich, da ich nach den jüngsten Ausstellungen – darunter auch in New York, London, Lyon und Paris – meinen Fokus momentan in Europa und speziell heuer in Deutschland sehe. Ich bin froh darüber, dort die Möglichkeit zu bekommen, meine neuesten Arbeiten zu präsentieren.“

Vorläufig letzter Höhepunkt für Georg Pummer war die Teilnahme an der „Art Karlsruhe“: „Sie zählt in Europa zu den wichtigsten Kunstevents, dort werden auch Werke von Größen wie Gerhard Richter gezeigt, wo die Preise schon sechsstellig und mehr sein können.“

Auch in Karlsruhe müssen zuerst die Galerien die Kunstwerke der Künstler einreichen. „Und wenn diese von der Jury akzeptiert werden, kann man dort ausstellen, was den Effekt bewirkt, dass es viele interessierte Kunstsammler und Besucher anzieht“, so Pummer.

Trotz Virus gibt es keine Künstlerpause

Er legt trotz Virus derzeit keine Künstlerpause ein und präsentiert einen ersten Ausblick auf das was kommt: Der Porträt-Zyklus „Identity“ ist durchaus ein schwerwiegender Kontrast zu seinen herkömmlichen Porträts. Es entsteht eine exklusive Serie, wobei es sich überwiegen um bekannte Personen oder Wesen aus dem Film-Sektor handelt – wie „Pennywise“, der in keiner Weise lustige Clown aus dem Film „ES“.

„Fast jeder kennt ,ES‘ - und ich liebe ,ES‘, ich hatte schon als Kind diesen Clown gemalt. Den Termin zur Veröffentlichung habe ich bewusst etwas hinausgezögert, da ich die Kunstmesse Stroke hierfür sehr passend gefunden hätte. Die nächsten Tage werden noch die limitierten Print-Varianten neben dem Originalwerk bekannt gegeben – und danach darf auch schon vorbestellt werden“, so Pummer.

Er appelliert noch als Mensch des „öffentlichen Lebens“ an die junge Generation: „Diese Situation ist für viele von uns Neuland. Corona-Hysterie hin oder her – vieles ist ungewiss und keiner von uns weiß, wohin die Reise geht. Aber, bitte vergessen wir nicht, wer uns das gewohnte ,normale‘, komfortable, Luxus-Party-Leben ermöglicht hat. Es waren diejenigen Menschen, die jetzt leider zur Risikogruppe gehören. Und an dieser Stelle ist es eine Frage des Respektes und Solidarität, diese Menschen auch zu schützen.“ Und abschließend: „Leider musste ich feststellen, dass dies so noch nicht ganz bei allen angekommen ist. Diese neue Situation ist für uns alle eine Herausforderung, aber dennoch machbar.“