Herzogenburg

Erstellt am 05. September 2017, 05:59

von Claudia Stöcklöcker

Härtere Strafen für Kinderpornos?. Ein Arbeiter und ein Sport-Trainer landeten wegen pornografischer Darstellung von Minderjährigen vor Richtern. Urteile: Bedingte Strafen sowie 2.700 Euro Geldstrafe.

APA (dpa)

„Ja, ich weiß, so etwas ist verboten und mir ist das jetzt total zuwider und peinlich“, sagt ein Herzogenburger vor Richterin Doris Wais-Pfeffer. Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger wird dem 52-Jährigen vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Zwei Jahre lang suchte der Angeklagte am Arbeitsplatz in St. Pölten auf einem Computer seines Dienstgebers nach Verbotenem. „Wir wurden verständigt, dass jemand versucht, extern auf unser System zuzugreifen. Bei einer internen Reversion haben wir dann festgestellt, dass ein Mitarbeiter kinderpornografische Seiten angeklickt hat“, sagt eine Juristin des St. Pöltner Unternehmens im Prozess.

„Solche Leute wie der Angeklagte fördern die Kinderpornoindustrie.“ Staatsanwalt im Prozess gegen 52-jährigen Herzogenburger

Der 52-Jährige wurde zur Rede gestellt. „Bei Befragungen hat er abgestritten, während der Arbeitszeit privat im Web gesurft zu haben, später hat er alles zugegeben“, setzt die Zeugin fort. 425 abscheuliche Fotos fanden Ermittler dann am Firmen-PC und nach einer Hausdurchsuchung am Laptop des Angeklagten.

„Wie kommen Sie dazu, sich so etwas anzusehen?“, fragt Richterin Doris Wais-Pfeffer den Herzogenburger. „Wegen dem Stress, ich habe viel gearbeitet“, erklärt dieser. Und sagt: „Es hat sich so ergeben durch Zufall beim Pornoschauen.“ Die Richterin wettert: „Andere suchen Ausgleich beim Sport, Sie sehen Kinderpornografisches. Haben Sie nachgedacht, wie solche Fotos zustande kommen?“ „Ich habe nie überlegt, aber ich wollte nie jemandem etwas zuleide tun“, antwortet der 52-Jährige. Strenge fordert der Ankläger, denn „solche Leute fördern die Kinderpornoindustrie.“

Für den bislang Unbescholtenen setzt es sieben Monate bedingt sowie 2.700 Euro Geldstrafe. Zahlt er die nicht, muss er 90 Tage absitzen. Eine Psychotherapie muss der 52-Jährige absolvieren und ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt (nicht rechtskräftig).

Nur wenige Tagen vor diesem Prozess hatte sich, wie berichtet, ein Sport-Trainer aus dem Traisental wegen der pornografischen Darstellung Minderjähriger verantworten müssen. Der Mann wurde zu sieben Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt.

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