Hilfe für heimische Betriebe rückt näher. Die Herzogenburger Mandatare feilen an der optimalen Umsetzung der VP-Idee. SP-Bildungsgemeinderätin hat für Politgeplänkel gesorgt.

Von Alex Erber. Erstellt am 25. Juni 2020 (03:29)
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APA (Symbolbild/dpa)

VP-Hauptmann: „Gemeint war natürlich die Stadtgemeinde.“
NOEN

Was kann eine Stadt wie Herzogenburg, die finanziell auf soliden Beinen steht, für Klein- und Mittelbetriebe tun? Diese Frage bewegte VP-Stadtrat Erich Hauptmann. Im NÖN-Gespräch regte er, wie berichtet, eine Gutscheinlösung an. Als Förderung ausbezahlt werden sollen etwa 80.000 bis 100.000 Euro. Und zwar nicht direkt, sondern jeder Bürger, der in Herzogenburg bei einem Dienstleister, Gewerbetreibenden oder in einem heimischen Geschäft einkauft, sollte einen Anteil seiner Rechnung – etwa fünf bis zehn Prozent – wieder als Gutscheine zurückbekommen.

Der Wirtschaftsstadtrat hat sich mit den Klubsprechern der anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien ins Einvernehmen gesetzt, um gemeinsam mit dem zuständigen Ausschuss eine praktikable Lösung zu erarbeiten. „Die Gespräche darüber sind weit fortgeschritten“, berichtet Hauptmann.

Das Thema ist bereits im Stadtrat behandelt worden und wird bei der nächsten Gemeinderatssitzung am Montag, 29. Juni, auf der Tagesordnung stehen.

„Vorsicht bei der Wortwahl“

SP-Frieben: „Hege am Reichtum der VP berechtigte Zweifel.“
Kopitz

SP-Bildungsgemeinderätin Gabriele Frieben hat Hauptmanns Vorschlag offenbar falsch aufgefasst. „Da sie finanziell nicht so schlecht dasteht, bietet die VP Herzogenburg den Dienstleistern, Gewerbetreibenden und Geschäften im Gespräch mit der NÖN an, ihnen unter die Arme zu greifen. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen will Stadtrat Erich Hauptmann die finanzielle Lage der heimischen Betriebe mit 80.000 bis 100.000 Euro stärken. Ein wahrhaft großzügiges Angebot, das man doch sofort annehmen sollte! Oder war das vielleicht gar nicht so gemeint? Man sollte mit seiner Wortwahl etwas vorsichtiger sein, es könnte passieren, dass man ernst genommen wird.“

Und weiter: „Ich hege am Reichtum der VP berechtigte Zweifel.“

Stadtrat Hauptmann schmunzelnd: „Nein, so viel Geld haben wir wirklich nicht.“ Und im Ernst: „Natürlich war bei unserem Vorschlag die Stadtgemeinde gemeint, was alle anderen Mandatare auch so verstanden haben. Ich habe der Bildungsgemeinderätin den Sachverhalt nun nochmals ausführlich erklärt.“