Jeder möchte WC am Rathausplatz, aber wo soll es hin?. Ein öffentliches Klosett um 100.000 Euro ist fix. Über endgültigen Standort für den stillen Ort wird erst 2020 entschieden.

Von Alex Erber. Erstellt am 03. Dezember 2019 (03:49)
WC beim Buswartehäuschen am Rathausplatz? Über diesen Standort wurde ausgiebig debattiert.
NOEN

Im Voranschlag für das kommende Jahr sind 100.000 Euro für die Errichtung eines öffentlichen Klosetts vorgesehen. Im Gemeinderat herrscht breite Einigkeit über die Notwendigkeit der Anschaffung. Offen bleibt der Standort.

Gemeinderat Erich Huber-Günsthofer (VP) wunderte sich zunächst über die Kosten. Er erinnerte an einen Sager, den Eisenstadts FP-Obmann Geza Molnar vor wenigen Wochen getätigt hat. Am Domplatz der burgenländischen Hauptstadt wird ein WC um 124.000 Euro errichtet. Molnar sprach vom „teuersten Häusl der Welt.“ Da steht Herzogenburg mit 100.000 Euro um nicht viel nach, deswegen will der Standort für den stillen Ort gut überlegt sein.

Im Budgetvoranschlag ist von „Rathausplatz Ruhezone“ die Rede. „Wo ist diese Ruhezone?“, wollte Huber-Günsthofer wissen. „Das Klosett könnte etwa in Verlängerung des bestehenden Buswartehäuschens errichtet werden. Mit Variante und Standort werden sich jedenfalls noch der zuständige Ausschuss und der Gemeinderat befassen“, klärte SP-Bürgermeister Christoph Artner auf. Das WC mitten auf den Rathausplatz zu platzieren, sei keine sinnvolle Variante.

Einbindung in ein bestehendes Gebäude?

VP-Gemeinderat Manfred Gutmann regte an, das Örtchen in ein Gebäude einzubinden. FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl hatte dazu auch gleich einen Vorschlag: „Möglicherweise wäre der Verkaufsraum der ehemaligen Hager-Filiale am Nemschitz-Areal dafür geeignet.“

Dort hat derzeit die Firma Leyrer und Graf ihr Büro etabliert, um die Straßenbauarbeiten in der Innenstadt abzuwickeln.

Stadtchef Artner hielt dagegen, dass dieses Gebäude unter Umständen „zu hochwertig“ sei. Denn es hätten sich schon Interessenten gemeldet, die sich nach dem Auszug von Leyrer und Graf eventuell dort niederlassen möchten.

„Blüh“-Gemeinderat Hermann Feiwickl befürwortet ein Rathausplatz-WC und wünscht einen Trinkwasserspender dazu: „Er kostet rund 2.000 Euro.“

Die intensive Klo-Debatte amüsierte SP-Vizebürgermeister Richard Waringer: „Wir reden vom 16-Millionen-Euro-Budget und bleiben am WC hängen.“