Jugendliche wollen Klima-Notstands-Ausrufung. Klima Organisatoren von Demonstration in der Stiftsstadt übergaben im Rathaus Forderungskatalog an SP-Bürgermeister Christoph Artner.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:15)
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Samuel und Anna Ziselsberger sowie Denise Rameder (hinten, von links) übergaben ein Forderungspapier und Bürgermeister Christoph Artner und Vizebürgermeister Richard Waringer.

Im September haben über 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Herzogenburg und über 20.000 Menschen in 783 Orten Österreichs gemeinsam dafür demonstriert, dass die Politik Maßnahmen ergreift, mit denen die Pariser Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius erfüllt erden können. Eine Woche darauf waren dann noch einmal mehr als 150.000 in fast allen Landeshauptstädten auf den Straßen.

Am vergangenen Mittwoch übergaben nun die Jugendlichen, die zur Demo in Herzogenburg aufgerufen hatten, im Rathaus an Bürgermeister Christoph Artner ihr Forderungspapier, in dem sie die Stadtgemeinde auffordern, den Klimanotstand auszurufen. „Diese Ausrufung soll zunächst eine symbolische Maßnahme sein, sie soll zeigen, dass die Öffentlichkeit nicht mehr die Augen vor der Klimakrise verschließt, sondern die Dringlichkeit des Problems erkannt hat“, erklärt Samuel Ziselsberger.

Zusätzlich zum Klimanotstand hat sich das Vorbereitungsteam der Jugendlichen noch über fünf konkrete Bereiche Gedanken gemacht, bei denen Herzogenburg selbst die Initiative ergreifen und zeigen könnte.

Fünf Forderungen für Herzogenburg

Der öffentliche Personen-Nahverkehr müsste zu einer attraktiven Alternative werden, außerdem gelte es, in Herzogenburg die Radinfrastruktur zu verbessern. Biodiversitätsfördernde heimische Pflanzen sollten gesetzt, die Insektenvielfalt sollte gefördert und die zunehmende Bodenversiegelung gestoppt werden.

Nachhaltige Raum und Baukonzepte: Die Pflanzung neuer Bäume auf öffentlichen Plätzen, die Ausarbeitung neuer Bauvorschriften bezüglich Begrünung von Flachdächern und Einbindung von erneuerbarer Energien sowie ein Mobilitätskonzept für größere Wohnbauvorhaben ab acht Wohneinheiten sollten Priorität haben. Die Jugendlichen wollen eine verpflichtende Montage von Sonnenenergie auf geeigneten Dächern und den Ausbau der Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden und Flächen um 20 Prozent im Jahr. In jeder Ausgabe der Stadtnachrichten soll die Bevölkerung über die gesetzten Maßnahmen und Fortschritte informiert werden.

SP-Bürgermeister Christoph Artner replizierte ganz allgemein: „Die Thematik ist wichtig und sie spielt in viele Sachen hinein, die bis jetzt nicht berücksichtigt wurden oder wo erste zaghafte Schritte gesetzt wurden. Es liegt auch viel am Engagement von uns allen – und es funktioniert, wenn jeder etwas zurücksteckt und sich selbst einbringt.“