Jugendzentrum: „FP-Rupp muss sich besser informieren“. Gemeinderat sind Fitness-Utensilien ein Dorn im Auge. Er attackiert SP-Stadtrat Waringer und läuft in einen Konter.

Von Alex Erber. Erstellt am 14. August 2018 (05:28)
Derzeit herrscht im „Juze“ Betriebsurlaub. In knapp zwei Wochen sperrt es wieder auf, dann werden Fitnessutensilien zum Einsatz gelangen; zum Leidwesen von FP-Gemeinderat Thomas Rupp.
Hans Kopitz

Das Jugendzentrum („Juze“) ist der FP seit seiner Gründung suspekt. Weil im dortigen Mehrzweckraum nun Fitness-Utensilien zum Einsatz gelangen, schlägt FP-Gemeinderat Thomas Rupp Alarm und attackiert SP-Stadtrat Richard Waringer frontal.

Natürlich würden Jugendliche Raum für sich und diverse Aktivitäten brauchen, aber man müsse vorher darüber reden. Rupp: „Ich stelle mir die Frage, warum man ein Fitnesscenter im ,Juze‘ benötigt, obwohl man nicht unweit von dort ein Fitnesscenter hat! Ich beziehungsweise wir finden es geschäftsschädigend gegenüber dem bestehenden Fitnesscenter! Macht man sich bei solchen Plänen eigentlich irgendwelche Gedanken darüber? Wer hat die Finanzierung für das Trainingsgerät und das Material beschlossen?“

Es habe im zuständigen Ausschuss keinerlei Beschluss gegeben.

„Herzogenburg ist nicht Nordkorea“

Rupp: „Das ,Juze‘ ist ein öffentliches Gebäude und daher braucht sich Herr Stadtrat Waringer nicht wundern, dass ihm hier wieder ein kräftiger Wind entgegen bläst! Ich schlage ihm vor, er sollte sich einmal die NÖ Gemeindeordnung durchlesen und nach dieser auch arbeiten, denn Herzogenburg ist nicht Nordkorea! Falls er keine hat, würde ich ihm auch eine als Lernbehelf schenken und ihm auch eine Einschulung darin geben, wie man in einer Demokratie arbeitet!“

Der Konter von SP-Stadtrat Richard Waringer bleibt nicht aus: „Das ist wieder ein klassisches Beispiel, wie man Politik auf dem Rücken der Jugendlichen betreiben möchte. Eine Konkurrenz zum Fitnesscenter ist auszuschließen, denn im ,Juze‘ sind die meisten Jugendlichen 13 bis 16 Jahre jung, im Fitnesscenter ist der Eintritt jedoch erst ab 18 Jahren erlaubt.“

Außerdem könne von einem Fitnesscenter im „Juze“ keine Rede sein: „Die Jugendlichen haben sich Matten, Hanteln und Sprungseile selbst organisiert. Größere Geräte können gar nicht installiert werden, weil es ja ein Multifunktionsraum ist. Und weil die Jugendlichen für diese Utensilien selbst aufgekommen sind, bedarf es auch keinerlei Beschlusses, bedarf es keinerlei Einmischung durch die Politik. Gemeinderat Rupp muss sich einfach besser informieren, ein Anruf hätte genügt, um besser Bescheid zu wissen.“

Zum Nordkorea-Sager möchte sich Waringer nicht äußern: „Das ist Teil der blauen Propaganda.“