Kindergarten St. Andrä: Der Zubau kann beginnen. Gemeinderat segnete Auftragsvergaben für das einzige Großprojekt im heurigen Jahr ab. Bei ÖVP regte sich Unmut, weil keine Herzogenburger Firmen zum Zug kamen.

Von Alex Erber. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:48)
Ihnen gefällt es im Reitherhaus: Jasmin Erber und Julia Franz (hinten) holen Vivien Heigl und Magdalena Franz (vorne, jeweils von links) mittags vom „neuen“ Kindergarten ab.
Hans Kopitz

Der Zu- und Umbau des Kindergartens St. Andrä, der wegen seiner Großzügigkeit einem Neubau gleichkommt, nimmt konkrete Formen an. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einige Auftragsvergaben für das 1,5-Millionen-Euro-Projekt fixiert.

Die Holzbau-Arbeiten wird die Firma Speiser aus Schweinern zu einem Preis von 340.197 Euro erledigen. ÖVP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann merkte an: „Es ist bedauerlich, dass hier kein Herzogenburger Unternehmen zum Zug kommt, obwohl sich zwei Betriebe an der Ausschreibung beteiligt haben.“

„Es ist bedauerlich, dass hier kein Herzogenburger Unternehmen zum Zug kommt, obwohl sich zwei Betriebe an der Ausschreibung beteiligt haben.“

Er stimme daher mit einem „lachenden und weinenden Auge“ zu.

SPÖ-Bürgermeister Christoph Artner replizierte: „Bei diesen Zahlen war klar zu bewerten.“ Und wie klar zu bewerten war: Das Angebot des an zweiter Stelle platzierten Unternehmens belief sich auf eine Zahl weit jenseits der 400.000-Euro-Marke.

Wie weit Preise bei einer Ausschreibung differieren können, wurde bei den Baumeisterarbeiten offenbar, bei denen die Nussdorfer Firma Swietelsky zum Zug kam: 383.302 Euro. Es gab mehrere Angebote, das teuerste Offert lautete sage und schreibe 652.731 Euro.

Nur ein einziges Angebot gab es für die Estricharbeiten, um die sich die Firma Wiedner aus Gloggnitz um 35.972 Euro kümmern wird.

Die Arbeiten rund um Heizung, Lüftung und Klima wurden an die Firma Ledermüller Installationen aus Martinsberg (Bezirk Zwettl) zum Preis von 194.627 Euro vergeben.

Bleiben Dachgewerke und Alufenster: Die Aufträge gingen an die Firma Hans Drascher aus Pöchlarn (111.069 Euro) beziehungsweise an die Metabau GmbH aus St. Georgen (157.873 Euro).

Die Gesamtsumme der Aufträge beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro.

Stadtrat Hauptmann blieb bis zum Ende des Tagesordnungspunktes skeptisch: „Hoffentlich trumpfen die Firmen nicht nachträglich mit Regiekosten auf.“

Kindergarten residiert bereits im Reitherhaus

Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen entgegnete: „Die Firma von Architekt Franz Ruhm hat Ausschreibung und Vergabe begleitet. Und ich hatte den guten Eindruck, dass diese Firma über entsprechendes Know-How verfügt.“

Der Kindergarten St. Andrä ist mittlerweile umgezogen. 44 Kinder und zwei Pädagoginnen bevölkern seit vergangenen Montag das Kulturzentrum Reitherhaus am Rathausplatz.

„Für schätzungsweise ein Jahr wird das Herzogenburger Kulturzentrum nun unsere Heimat sein, dafür haben wir dann in St. Andrä Platz für drei Kinder-Gruppen anstatt der jetzigen zwei“, blickt Kindergarten-Leiterin Ursula Singer voraus.

Bürgermeister Christoph Artner: „Die Bauarbeiten werden demnächst beginnen. Unser Ziel ist es, dass der Kindergarten mit Beginn des nächsten Sommersemesters die neuen Räumlichkeiten beziehen kann.“