Herzogenburg

Erstellt am 09. März 2018, 02:42

von Hans Kopitz

Kleintierzuchtverein: Keine Halle, keine Ausstellung. Bei der Jahreshauptversammlung zog man Bilanz und erneuerte die Sorge um den Bestand.

Auch Stadtrat Herbert Wölfl (rechts) gratulierte den Geehrten sehr herzlich: Obmann-Stellvertreter Josef Kaiblinger, Gerhard Führlinger, Obmann Gerald Schabasser, Walter Lechner, Alois Krumböck, Josef Mülleitner, Karl Schlögelhofer, Josef Wick, Josef Kalteis und Andrea Fleischer (von links) mit dem erfolgreichen Jungzüchter, dem achtjährigen Sebastian Siller (vorne).  |  NOEN, Hans Kopitz

Das Gasthaus Maurer war Schauplatz der Jahreshauptversammlung des Kleintierzuchtvereins N34 Herzogenburg und Umgebung. Einmal mehr zur Sprache kam das Problem der fehlenden eigenen Halle.

„Der Idealismus der Kleintierzüchter des N34 Herzogenburg ist anerkennenswert, denn sie engagieren sich dafür, das Verständnis für Natur und die Tierwelt zu vertiefen“, betonte Obmann Gerald Schabasser einleitend. Eine unmittelbare Erfahrung mit der Natur seit die beste Voraussetzung für ein umweltgerechtes Verhalten im Alltag. Schabasser: „Viele Rassenkleintiere gelten bereits akut in ihren natürlichen Lebensräumen im Bestand gefährdet, darum kommt der Art- und Genetikerhaltung durch die Zucht der Kleintierzüchter ein Stellenwert zu, der nicht unterschätzt werden sollte.

Er betonte, dass die Rassenkleintierzucht ein wertvolles Kulturgut ist, das seit vielen Jahrzehnten von österreichweit tausenden engagierten Züchtern mit großem Einsatz und viel Hingabe hochgehalten wird. Ausstellungen sind und sollen daher das Schaufenster der wertvollen Arbeit der Züchter sein, die damit beweisen, dass ihre Arbeit nicht nur ein Hobby ist. Das ist aber auch nur dann möglich, wenn dementsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und zur Verfügung gestellt werden.

Sechs Jugendliche in den beiden Vorjahren

Einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Arten und Rassenvielfalt tragen auch die Züchter des „N34 Herzogenburg“ bei, der 1941 gegründet wurde und derzeit aus 47 Mitglieder besteht. Davon sind sieben Jugendliche und zwei Ehrenmitglieder sowie zwei Preisrichter in den Sparten Tauben und Geflügel. Zehn Neuaufnahmen, davon sechs Jugendliche, konnte der Verein in den beiden vergangenen Jahren in seinen Reihen begrüßen.

Neben den monatlichen Vereinsversammlungen standen im vergangenen Jahr auch noch andere Aktivitäten auf dem Programm – wie der Besuch bei diversen Tiermärkten, die Teilnahme mit einer Werbeschau beim Wölblinger Bauernmarkt oder der Besuch von Vereins- und Bundesschauen, national wie international.

Im Vorjahr gab es auch einen ganz besonderen Höhepunkt

Unter dem Motto „Vom Ei zum Küken“ erlebten die Kinder der beiden Landeskindergärten Wölbling und Bergern das aufkeimende Leben hautnah: In Brutapparaten, die ihnen der Verein zur Verfügung gestellt hat, durften die Kinder Bruteier einlegen – und während des Brütens hörten sie von den vielen Hühnerrassen, die verschiedenfärbige Eier legen, von der Befruchtung des Eis und seinem Aufbau. Anhand von Schautafeln und Puzzlespielen vertieften die Pädagoginnen in Gruppenarbeiten die Thematik, wie ein neues Leben entsteht.

Vom 18. Tag an herrschte dann bei den Kindern große Spannung, denn bald konnten sie aus dem Inneren der Eier ein erstes leises Piepsen hören – und nach dem 21. Tag dann das große Ereignis: Die kleinen Küken pickten von innen her das Ei auf, sprengten mit letzter Kraft die Schale, schlüpften heraus und blieben erschöpft liegen. Ganz nah erlebten die Kinder den Kampf ins Leben – und mit großer Freude, aber auch mit einer gewissen Ehrfurcht hielt schließlich jedes Kind so ein kleines Lebewesen in seinen Händen.

„Leider ist die Situation für unseren Verein noch immer diese, dass wir auch in naher Zukunft keine Ausstellung durchführen können, da es keine geeignete Halle gibt. Daher sind wir dem St. Pöltner Kleintierzuchtverein dankbar, dass er uns die Möglichkeit dazu seit 2016 gibt und auch im vergangenen Jahr gab, wo wir den vielen Besuchern insgesamt 800 Rassetiere in hoher Qualität zeigen konnten. Und dass es eine hohe Qualität gibt, zeigen die großen Erfolge unserer Mitglieder bei diversen Landes-, Bundes- und Europaschauen. So bleibt nur zu hoffen, dass seitens der Stadtgemeinde einmal entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen und zur Verfügung gestellt werden, um das Weiterbestehen unseres Vereines auch in Zukunft zu sichern“, forderte Schabasser zum Abschluss.

„Angedacht ist ein Bauhof in Ederding“

Stadtrat Herbert Wölfl wartete dabei mit einem Hoffnungsschimmer auf: Er sagte, dass es mit eine Ausstellungshalle in einem neuen Bauhof verwirklicht werden könnte: „Angedacht ist ein Bauhof in Ederding – gemeinsam mit der Gemeinde Statzendorf. Wir hoffen, dass wir einen gemeinsamen Platz finden.“