Nach Einbrüchen will Rumäne zurück ins Gefängnis. 37-jähriger Rumäne beantragt selbst Widerruf seiner bedingten Hafstrafe. Bereits mehrmals wurde er wegen Diebstahls in der Region Herzogenburg angeklagt.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 25. November 2020 (04:29)
„Hier unter der Rampe an der Westseite des Lagerhausgebäudes, die zum Bahnhof zeigt, hatte sich der Dieb versteckt“, so Martin Hinteregger.
Hans Kopitz

In Begleitung von zwei Justizwachebeamten betritt der angeklagte Rumäne den Gerichtssaal. Nicht zum ersten Mal, wie sich herausstellt. Der 37-Jährige ist mehrfach vorbestraft, in mehreren EU-Ländern musste er sich bereits wegen Diebstahls verantworten. So auch kürzlich am Landesgericht in St. Pölten. Dem Angeklagten wird gewerbsmäßiger Diebstahl in Herzogenburg, Krems sowie nicht mehrfeststellbaren Orten zur Last gelegt. Das Kuriose: Bis Mitte September saß der Rumäne eine Haftstrafe wegen Diebstahls ab, Anfang Oktober beging er bereits die nächsten Taten. Zu den Coups in Herzogenburg zeigt sich der Mann geständig, die Vorfälle in Krems leugnet er.

Die Einbrüche in Herzogenburg ereigneten sich am 8. Oktober im DM-Markt im City-Center. Nachdem er dort hauptsächlich Parfums gestohlen hat, flüchtete er in Richtung Lagerhaus. Dort bemerkte Chef Martin Hinteregger eine verdächtige Person und alarmierte die Polizei. Im hohen Gras konnte der Flüchtige schließlich gestellt werden.

„Wir konnten ihn widerstandslos festnehmen, auf uns gewartet hat er aber nicht“,

Vor Gericht gibt der 37-Jährige an, auf die Polizei dort gewartet zu haben. Dies kann der ermittelnde Polizist nicht bestätigen. „Wir konnten ihn widerstandslos festnehmen, auf uns gewartet hat er aber nicht“, schildert der Beamte. Das Diebesgut hatte der Angeklagte unter einer Rampe, nahe des Festnahmeortes, versteckt. Als ihn der Richter ein Foto des Ortes vorhält, verneint der Rumäne, das Diebesgut dort gebunkert zu haben. Unter den gefundenen Sachen befinden sich auch zahlreiche Parfums, die dem Müller-Markt in Krems zugeordnet werden können. Der 37-Jährige leugnet aber vehement, an dem Tag überhaupt in Krems gewesen zu sein. „Die Polizei hat bei Ihnen einen Zugticket von Krems nach Herzogenburg mit dem Datum 8. Oktober gefunden. Wie erklären Sie sich das?“, fragt Richter Beneder. „Das habe ich auf der Straße gefunden und mitgenommen“, antwortet der 37-Jährige. Der Rumäne verstrickt sich allerdings in Widersprüche. „Bei der Polizei haben Sie noch gesagt, dass Sie das Ticket gekauft haben, es aber falsch gedruckt wurde“, konfrontiert ihn Beneder. Der Angeklagte bleibt aber vehement dabei, an dem Tag nicht in Krems gewesen zu sein.

Weil der Mann eine Bewährungsstrafe offen hat, beantragt die Staatsanwaltschaft den Widerruf. Auch der Rumäne möchte – sehr zur Verwunderung aller Beteiligten – den Widerruf. „Ich möchte, dass alles geklärt und heute abgeschlossen wird“, so seine Erklärung. Die Verteidigung beantragt jedoch davon abzusehen.

Dieb möchte Strafe absitzen

Der 37-Jährige wird wegen gewerbsmäßigen Diebstahls schuldig gesprochen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Die bedingte Entlassung wird widerrufen – hier sind noch sechs Monate offen. Einige Gegenstände, die der Angeklagte bei sich trug, darunter etwa Socken und Taschentücher, konnten keinem Diebstahl zugeordnet werden. Deswegen wird er von Punkt drei, gewerbsmäßiger Diebstahl an nicht mehr feststellbaren Orten, freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.