Erstellt am 14. Januar 2017, 05:18

von Hans Kopitz

Mit dem Fahrrad einmal um die Welt. Heidi und Markus Dangl haben mit ihren Fahrrädern die Welt umrundet. Demnächst berichten sie in Herzogenburg, dort, wo ihre Tournee durch die Kontinente begann.

Heidi und Markus Dangl - hier in China - nehmen das Publikum auf eine abenteuerliche Reise rund um die Welt mit, sodass drei intensive Jahre wie im Flug vergehen.  |  NOEN, Markus Dangl/2roadrunners-on-tour

„Ich habe einen Traum . . .“: Genau das haben sich Heidi und Markus Dangl aus Totzenbach, Gemeinde Kirchstetten, auch gedacht und ihren Traum am Ostermontag, 1. April 2013, vom Herzogenburger Kirchenplatz aus in die Realität umgesetzt. Hier sind sie aufgebrochen, um die Welt mit dem Fahrrad zu umrunden.

Die beiden Krankenpfleger haben - nachdem sie vier Jahre eisern jeden Cent gespart hatten - ihre Jobs, gekündigt, die Wohnung aufgelöst und die letzten Habseligkeiten verkauft oder verschenkt. Alle Sicherheiten wurden über Bord geworfen und das Ehepaar begab sich auf eine Reise ins Ungewisse. Darüber berichtet es nun in einem Vortrag, der am Donnerstag, 9. Februar, im Volksheim über die Bühne geht.

61.000 Kilometer in drei Jahren

Ganz nach dem Motto „Stillstand bedeutet Rückschritt“, wollte das Duo nie still stehen und so strampelte es in drei Jahren über 61.000 Kilometer. 35 Länder auf allen fünf Kontinenten wurden unter die Reifen genommen und die entlegensten Winkel des Planeten besucht. Ihre Reise führte sie über die Ausläufer des mächtigen Himalaya-Gebirges auf über 4.000 Meter oder in die sengende Hitze der afrikanischen Savanne.

Gerade aber weil sie mit dem Fahrrad unterwegs waren, kamen sie immer sehr schnell mit der Bevölkerung in Kontakt und haben so die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen weltweit erleben dürfen.

Aber die Reise wurde nicht nur zum reinen Vergnügen gemacht - auf ihrer ersten großen Radreise von Alaska nach Argentinien von 2007 bis 2008 haben die beiden viel Armut und Missstände hautnah und ungeschminkt erlebt.

Was in Österreich selbstverständlich ist - wie banale Dinge wie Strom, ein Dach über dem Kopf, genügend zu Essen und fließendes Wasser - ist in anderen Teilen der Welt purer Luxus, und so wollten die beiden „Roadrunners“ auf dieser Reise auch etwas Gutes tun. Sie haben die österreichische Hilfsorganisation „Leben braucht Wasser“ (lebenbrauchtwasser.org) gefunden, die in Afrika Brunnen baut, diese nach der Fertigstellung auch weiter betreut und so den Menschen vor Ort eine langfristige Sicherung von Trinkwasser gewährleistet.

Auf ihrer Weltreise haben es Heidi und Markus Dangl geschafft, über 5.000 Euro an Spenden aus der ganzen Welt zu sammeln.

Insgesamt waren sie 1.210 Tage unterwegs und am Ende zeigte der Tachometer 61.449 Kilometer an. Als sie am Samstag, 23. Juli vergangenen Jahres, wieder am Ausgangspunkt der Reise am Herzogenburger Kirchenplatz standen, waren sie zwar etwas müde, aber auch um Millionen Erlebnisse und Eindrücke reicher.

„Haben das Hobby zum Beruf gemacht“

Diese Erlebnisse haben sie nun in eine Multimediashow gepackt und touren damit durch Österreich. „Momentan können wir uns nicht vorstellen, wieder den Krankenpflegekittel überzustreifen, deshalb haben wir unser Hobby zum Beruf gemacht und sind im Sommer in den Alpen als Mountainbike-Guides unterwegs“, erzählt Markus Dangl.

In ihrem kurzweiligen Multimedia-Vortrag erzählen die „2 Roadrunners on Tour“ ehrlich, humorvoll und auch mit einem Spritzer Selbstironie von ihren Erlebnissen.