Nemschitz-Areal: „Wir beginnen noch heuer mit Abbruch“. Vorhaben „Junges Wohnen“ wird mit einer nahezu fünfjährigen Verzögerung realisiert. Anrainer Bertl: „Kein Kommentar.“

Von Alex Erber und Hans Kopitz. Erstellt am 16. April 2019 (15:03)
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Dieses Gebäude wird im Herbst dem Bagger zum Opfer fallen.

„Ich bin zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die erforderlichen Verfahren abgeschlossen werden können und ehebaldigst mit den Errichtungsarbeiten begonnen wird.“ Diese Aussage vom damaligen SP-Bürgermeister Franz Zwicker stammt aus dem September des Jahres 2014. Seit damals hat sich am Nemschitz-Areal nicht einmal ein Stein bewegt.

Die Stadtgemeinde hatte zuvor die Gelegenheit genutzt und das Areal erworben. Die Entscheidung im Gemeinderat fiel einstimmig. Es sollte „Jungem Wohnen“ dienen, geplant war und ist die Errichtung von zwei Objekten mit insgesamt 15 Startwohnungen. Zuvor müssen die bestehenden Gebäude am Schillerring abgetragen werden.

Ende Oktober 2014 schlossen Stadt und Allgemeine Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten einen Baurechtsvertrag. Es wurde vereinbart, dass die Genossenschaft die Abbrucharbeiten in Eigenregie durchführt, danach die Wohnungen vergibt und verwaltet, wobei die Gemeinde ein Mitspracherecht deponierte.

Und dann war Schluss. Anrainer Leopold „Fili“ Bertl stieg auf die Barrikaden, denn er sah durch das Bauvorhaben seine Wohn- und Lebensqualität bedroht. Der Gastronom setzte über seinen Rechtsanwalt den Instanzenzug in Bewegung, der im Vorjahr vor dem Landesverwaltungsgericht endete. Es wies die Einsprüche Bertls ab.

„Wir setzen das Ganze um“

Jetzt ist die Genossenschaft am Zug, die ihr Interesse an dem Projekt nicht verloren hat: „Wir setzen das Ganze sicher um“, erklärt Direktor Willi Gelb im NÖN-Gespräch. In Kürze würden Ausschreibungen vorbereitet: „Und noch heuer beginnen wir mit den Abbrucharbeiten!“

Und was sagt Leopold Bertl zu dem Thema? „Gar nichts mehr. Auch aus gesundheitlichen Gründen. Ich möchte dazu keinen Kommentar abgeben.“