Rauchfangkehrer: Wichtige Arbeit von Kehren bis Klären. Markus Nentwich blickt auf ein Jahr mit keinem Rauchgastoten und einem ausgezeichneten Lehrling zurück.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 08. Januar 2020 (04:05)
Bürgermeister Christoph Artner (Dritter von links) mit der Schwarzen Zunft, Ernst Schrefl – seit mehr als 35 Jahren im Dienst –, Jürgen Kronawetter, Meister Markus Nentwich mit Sohn Jan, der ihn heuer zum dritten Mal begleiten durfte, und Matthias Sohner mit dem Bild vom Empfang beim Bundespräsidenten.
Kopitz

Nach alter Tradition kam Rauchfangkehrermeister Markus Nentwich mit seiner Crew zum Jahreswechsel ins Rathaus, um Bürgermeister Christoph Artner seine Glückwünsche zu überbringen. Der über 100 Jahre alte Rauchfangkehrerbetrieb, der in Perschling angesiedelt ist, blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, was konkret heißt, dass es auch im vergangenen Jahr keine Rauchgasverletzten oder -toten gab.

Während früher die Hauptarbeit das Kehren war, stehen heute vor allem vorbeugender Brandschutz, Beratungs- und Kontrollfunktionen im Vordergrund. „Die Zeiten, wo auf den Neubauten zwei bis drei Rauchfänge zu finden waren, sind vorbei. Von den Heizungen, die heute eingebaut werden, sind ein Großteil Warmwasserpumpen und vielleicht gibt es in manchen Haushalten zusätzlich einen Schwedenofen. Bei vielen Bauten, die direkt neben der Fernheizung zu finden sind, wird – wie in den gemeindeeigenen Häusern – natürlich angeschlossen“, so Nentwich, der auch bedauert, sein Geschäft im Hause Langer am Rathausplatz schließen zu müssen. „Die Kundenfrequenz hat sich drastisch reduziert und es rechnet sich nicht mehr, es wird vieles übers Handy und Internet gemacht.“ Mit dem Café Zeitlos ist es das zweite Geschäftslokal, das mit neuem Jahr nicht mehr öffnet.

Zweiter Platz bei Lehrlingswettbewerb

Ein besonders erfolgreiches Jahr war es für den jungen Mitarbeiter Matthias Sohner, denn Anfang September errang er beim Bundeslehrlingswettbewerb der Kaminkehrer im steirische Murau als bester Lehrling Niederösterreichs unter 19 Teilnehmer den beachtlichen zweiten Platz. Im Rahmen dieses zweitägigen Wettbewerbes mussten die Lehrlinge ihr praktisches Können in den Bereichen Emissionsmessungen bei Öl-, Gas- und Holzheizungen, Reinigung und Dichtheitsprüfung bei Gasheizungen, Kaminabnahmen mit Befunderstellung, Mängelmeldung bei Feuerungsanlagen sowie Über- und Unterdruckmessung bei Rauchfängen unter Beweis stellen. Auch theoretische Aufgaben in den Teilgebieten Heiz- und Feuerungstechnik, Fachrechnen, Fachzeichnen, Verbrennungsluftberechnung, Geräte- und Arbeitskunde, Unfallverhütung, Kundengespräche und Baustoffkunde galt es zu lösen.

Bürgermeister Christoph Artner gratulierte dem jungen Kaminkehrer und dankte allen für die gute Zusammenarbeit: „Ihr als Rauchfangkehrer und wir als Baubehörde zählen nach so manchen nicht erfreulichen Feuerbeschauen nicht gerade zu den liebsten Besuchern, aber man sieht, dass die Arbeit auch Frucht bringt.“

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