Schule der anderen Art im „Garten der Generationen“. Sechs bis sieben Kinder werden derzeit auf das Leben vorbereitet, ab dem Schuljahr 2020/21 sollen es etwa 20 sein. Noch fehlt aber das Öffentlichkeitsrecht.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 20. Februar 2019 (02:54)
Hans Kopitz
Ronald Wytek erklärte den interessierten Teilnehmern und Eltern der künftigen Schüler den Plan, wo im „Garten der Generationen“ das Gasthaus mit dem Saal stehen wird, der als Lebens- und Lernort dienen wird. Im Bild: Antoine Guerin, Florian Radinger, Gregor Buchhaus, Susie Vrbka, Ronald Wytek, Melanie Fischer, Sofia Tot, Mia Alderath, Christiane Aschauer, Christine Kutschera, Helena Zuegg und Brigitte Froschauer (von links).

„Unser Lebens- und Lernort für Kinder ist erfolgreich angelaufen, darum ist es Zeit für die nächsten Schritte“, so Ronald Wytek, der am vergangenen Donnerstag im Gemeinschaftshaus vom „Garten der Generationen“ eine Reihe von interessierten Eltern begrüßen konnte und den aktuellen Stand der Situation vorbrachte.

Seit Beginn des Schuljahres im vergangenen September besuchen sechs bis sieben Kinder (Ferun, Benjamin, Klara, Lena, Anna, Loana und manchmal Sonja) diese Freiraumschule, wo Lernen nicht aus Anhäufen von Wissen, sondern aus Spielen, Werken, Begreifen und Erforschen besteht. Dafür steht hier das Gemeinschaftshaus mit der Terrasse, eine Jurte sowie Lernmaterialien wie Buchstabenspiele, Rechenbretter, eine Bauecke und der Garten zur Verfügung. Die Kinder lernen eigenständig und bestimmen die Inhalte selbst.

Im kommenden Schuljahr sollen nicht nur sechs weitere Kinder, sondern ein Sanitär-Container mit Duschen und ein Zaun zur Straße dazukommen.

Gasthaus-Saal als Lebens- und Lernort

Ab dem Schuljahr 2020/2021 wird es dann neben den 26 Wohneinheiten, die dort im „Garten der Generationen“ entstehen, auch ein Gasthaus mit einem Saal geben, in der der Lebens- und Lernort untergebracht ist. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen dann rund 20 Kinder auf das Leben vorbereitet werden.

Da der Lebens- und Lernort noch kein Öffentlichkeitsrecht hat, wie zum Beispiel die Lernwerkstatt in Pottenbrunn – bis zum nächsten Schuljahr ist dessen Umsetzung wie auch die konfessionelle Anerkennung aber geplant –, müssen Schulabschlüsse noch über externe Prüfungen abgelegt werden.

Keine Lehrer und kein Stundenplan

Für viele Eltern sind Freie Schulen noch immer etwas suspekt, denn zu den wichtigsten Fakten dieser Einrichtungen zählen: Es gibt keine Lehrer, sondern Lernbegleiter, es gibt keinen Stundenplan, keine Hausaufgaben und keine Klassenarbeiten, die Kinder sollen frei und selbstbestimmt lernen können. Klassenräume gibt es nicht, alle Räume können von den Kindern zum Spielen, Lesen und Lernen genutzt werden. Die Kinder sind nur in Primaria, Sekundaria und Tertia aufgeteilt, lernen altersübergreifend und entscheiden selbst bei wem oder mit wem. In Wochenplänen können die Schüler selbst organisieren, wie sie ihre Zeit in der Schule verbringen. Es gibt auch Angebote und Kurse, für die sie sich frei entscheiden können, wie Deutsch-, Biologie- und Englisch Kurse, doch auch Nähen, Tanzen, Kochen, Schach und Fotografieren. Viel wichtiger sind aber die eigenen Projekte der Schüler, denn diese entstehen aus eigenem Interesse.

Das freie, selbstgesteuerte Lernen ist das pädagogische Konzept der Freien Schulen. Sie setzen auf die Eigenmotivation der Schüler und wollen sie auf ihrem Weg zu mündigen Bürgern begleiten. Wie gesagt, für viele Eltern noch suspekt – aber wie sagte Albert Einstein: „Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.“

Der nächste Info-Abend ist am Samstag, 6. April, ab 15 Uhr. Infos gibt's auch bei Ronald Wytek unter ronald.wytek@gartendergenerationen.net.