Stadt hilft der Wirtschaft. Herzogenburger-Sammelpass soll Konsumenten animieren und belohnen, gleichzeitig Betriebe unterstützen. SP, VP und FP waren dafür. Grüne dagegen, sie wollen Zentrum neu gestalten.

Von Alex Erber. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:09)
Einen vollen Sammelpass kann man am Stadtamt gegen IW-Gutscheine eintauschen. Stadtgemeinde
Stadtgemeinde Herzogenburg

Der Gemeinderat hat in seiner montägigen Sitzung eine Unterstützungsaktion für Wirtschaft und Haushalte beschlossen.

Vorangegangen waren eine Forderung von VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann und intensive Beratungen in Ausschüssen sowie mit Vertretern der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft (IW). Herausgekommen ist eine Aktion, die im besten Fall mit knapp 71.000 Euro dotiert ist; und zwar dann, wenn sich alle rund 3.540 Herzogenburger Haushalte beteiligen.

SP-Bürgermeister Christoph Artner stellte die Aktion in ihren Grundzügen vor:

Alle Herzogenburger Betriebe mit Ausnahme von Großkonzernen und Betrieben, die während der Coronapandemie keine betrieblichen Einschränkungen hatten, werden eingeladen, an der Aktion teilzunehmen.

Pro fünf Euro Einkauf/Rechnungshöhe bei einem teilnehmenden Herzogenburger Betrieb erhält der Kunde ein Pickerl und kann so einen Sammelpass mit insgesamt 40 Pickerl befüllen.

Jeder Herzogenburger Haushalt kann einen vollen Sammelpass im Stadtamt Herzogenburg (Finanzverwaltung) gegen IW-Gutscheine in der Höhe von 20 Euro eintauschen.

Diese Gutscheine werden von der Stadtgemeinde Herzogenburg finanziert und können wieder bei allen teilnehmenden Betrieben eingelöst werden.

Die Aktion soll von Anfang Juli bis Ende September 2020 laufen. Der Eintausch der vollen Sammelpässe ist bis Ende Oktober 2020 möglich.

Im November gibt es eine Verlosung unter allen abgegebenen Sammelpässen. Auf die drei Gewinner warten IW-Gutscheine in der Höhe von 1.000, 700 und 500 Euro.

„Gemeinsam können wir diese Unterstützungsaktion zu einem Erfolg für die lokale Wirtschaft machen. Gleichzeitig werden die heimischen Haushalte unterstützt“, betonte der Stadtchef.

„Gutes Zeichen für die Wirtschaft“

Im Gemeinderat gab es dazu viele und durchaus unterschiedliche Reaktionen. SP-Vizebürgermeister Richard Waringer meinte, man sei „auf einen guten Nenner“ gekommen. FP-Stadtrat Martin Hinteregger sprach von einem „guten Zeichen an die Wirtschaft.“

VP-Stadtrat Hauptmann hätte sich gerne eine höhere Dotation gewünscht, war aber kompromissbereit. Denn: „Mein Ziel war und ist immer, dass die Kaufkraft in Herzogenburg bleibt.“ Er appellierte an alle Mandatare: „Bitte, kauft in Herzogenburg ein!“

Dass die Aktion nicht einstimmig beschlossen wurde, lag an den Grünen, die völlig ausscherten. „Mich stört einerseits das Gewinnspiel. Ich kaufe aus voller Überzeugung in Herzogenburg ein. Die Dotation ist zu viel und nicht passend“, wetterte Stadtrat Franz Gerstbauer. Ehrlicher Nachsatz: „Ich muss allerdings gestehen, ich habe keinen besseren Vorschlag.“ Auch sein Parteikollege Gemeinderat Horst Egger befand: „Das ist nicht die bestmögliche Lösung.“

„Totalsperre für Autos“

Der dritte Grüne im Bunde, Neo-Gemeinderat Florian Motlik, ließ gar mit einem eigenen Antrag aufhorchen. Er forderte grob gesagt eine Änderung des Rathausplatzes, beispielsweise durch eine zeitweise Totalsperre für Autos: „Die Attraktivität fehlt. Die Gruppe der 20- bis 45-Jährigen fehlt. Wir brauchen ein Konzept zur Neugestaltung des Rathausplatzes und der Innenstadt.“ Dieser Antrag wurde abgewiesen und an den Arbeitskreis Wirtschaft im derzeit laufenden, durch die Coronakrise unterbrochenen Leitbildprozess weitergeleitet.

Zurück zur Aktion: Herzogenburger Betriebe, die sich an der Aktion beteiligen wollen, können sich bei der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft (Obfrau Evelyne Moser-Bruckner, 0676/6531787, info@wirtschaft-herzogenburg.at) melden. Eine Mitgliedschaft bei der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft ist keine Voraussetzung zur Teilnahme.

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