Empörung bei den Grünen: „Eva, danke für nichts!“. Der Wechsel der Ex-Grünen-Bundessprecherin Glawischnig ausgerechnet zu einem bekämpften Glücksspielspielkonzern lässt enttäuschte Basis zurück. Gerstbauer: „Wahnsinn!“

Von Alex Erber. Erstellt am 06. März 2018 (05:17)
Eva Glawischnig
APA

Mit ihrem beruflichen Einstieg beim Novomatic-Konzern hat die ehemalige Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, Empörung an der Parteibasis ausgelöst. Denn gerade die Grünen waren und sind es, die den Glücksspiel-Giganten stets massiv kritisiert haben.

„Das Ganze ist ein Wahnsinn, ich bin entsetzt.“ Stadtrat Franz Gerstbauer kann seinen Frust kaum in Worte kleiden. „Wir haben den Schaden auf Bundesebene zuletzt auf Landesebene einigermaßen ausgebügelt“, spielt der Herzogenburger auf die jüngste Landtagswahl an. Doch kaum, dass man sich etwas erholt habe, gebe es nun den „nächsten Tiefschlag.“

Und weiter: „Die Häme der anderen Parteien, die teilweise schon da ist, halte ich ja noch aus. Aber wie soll man jetzt einem (Noch-)Grün-Wähler erklären, dass man anders ist als andere Parteien?“


Franz Gerstbauer: „Wenn ich gutes Pferd verliere, ist das kein Vorteil.“
NOEN

Traismauers Grün-Gemeinderat Süleyman Zorba postete in einer ersten Reaktion: „Eva, danke für nichts!“

Er hat eine Menge Fragen: „Was hat Eva Glawischnig da geritten? Finanzielle Sorgen werden es ja wohl kaum sein. Oder warum macht sie das Ganze als Kärntnerin wenige Tage vor der Kärntner Landtagswahl publik? Ist sie vielleicht angefressen und will sich jetzt revanchieren?“

Süleyman Zorba (Grüne): „Luft nach oben gibt es immer.“
NOEN, Schwab

Zorba: „Die Entwicklung macht mich traurig. Da haben wir in NÖ eine Helga Krismer, die leidenschaftlich kämpft und sogar persönliches finanzielles Risiko eingeht. Und auf der anderen Seite ist Eva Glawischnig, deren Karriereverlauf ,Global 2000 - Grüne - Novomatic‘ lautet. Ich finde das bedenklich.“

Die ehemalige Spitzenpolitikerin Glawischnig hat ihre Entscheidung verteidigt: „Ich sehe mich als ,Verantwortungsmanagerin‘ und werde mich um ökologische und juristische Fragen sowie um verantwortungsvolles Spielen kümmern.“