Videokonferenz: Premiere war erst Anfang. Alle Parteien in herzogenburg zogen eine positive Bilanz und sind sich einig: Wenn es die Gemeindeordnung erlaubt, sollen Sitzungen auch künftig als Livestream angeboten werden.

Von Alex Erber. Erstellt am 13. Mai 2020 (03:46)
Bürgermeister Christoph Artner und Vizebürgermeister Richard Waringer (links) befanden sich im Sitzungssaal des Rathauses, alle anderen Mandatare im Homeoffice. Die Sitzung wurde live übertragen, was durchaus auch in Zukunft erfolgen könnte.
NOEN

16 Punkte hat der Gemeinderat in der Vorwoche abgehandelt. Nicht wie gewohnt im Sitzungssaal des Rathauses, sondern in Form einer Videokonferenz. Sie ist auf Youtube öffentlich übertragen worden. Wie berichtet, waren bis zu 48 Zuschauer dabei.

„Ich bin froh, dass alles weitgehend reibungslos geklappt hat“, zog SP-Bürgermeister Christoph Artner eine positive Bilanz über die Videokonferenz. Die Anzahl der Zuschauer, die die Sitzung digital verfolgten, habe ihn überrascht: „Ich kann mir durchaus vorstellen, auch künftig die Sitzungen als Livestream anzubieten. Offenbar entfällt die Hemmschwelle, direkt ins Gemeindeamt zu kommen, um sich Informationen zu holen.“

„Ich bin froh, dass alles weitgehend reibungslos geklappt hat“

Was die technische Seite anbelangt, fällt auch das Fazit von VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann positiv aus. Ihm fehlten aber die Gefühle: „Das Ganze ist schon eher emotionslos verlaufen und es ist auch nicht unbedingt förderlich, dass man sieht, wenn jemand Soletti ist.“ Für ihn steht daher fest: „So schnell wie möglich wieder in den Sitzungssaal!“

Auch Hauptmann spricht sich klar für künftige Übertragungen aus: „Ja, denn das ist Supertransparenz.“ Weiterer Vorteil: „Wenn man keine Zeit hat, muss man gar nicht live dabei sein. Es gibt dann die Gelegenheit, sich die Übertragung zu einem späteren Zeitpunkt einzusehen.“

„Das Persönliche hat mir schon gefehlt“

Für FP-Stadtrat Martin Hinteregger war die Konferenz gut. Allerdings: „Mit hat Persönliche schon gefehlt, dabei redet man sich einfach etwas leichter.“ Künftigen Livestreams steht auch der blaue Frontmann positiv gegenüber.

Ebenso wie Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen: „Es war sensationell, dass so viele Leute dabei waren. Man soll die Übertragung unbedingt beibehalten!“

Auch die NÖN-Community pflichtet bei. Die Onlineplattform NÖN.at fragte: „Gemeinderatssitzung auf Youtube: Livestream künftig beibehalten?“ 61,5 Prozent der Voter sagten „Ja“, 38,5 Prozent „Nein“.