16 Höfe öffnen wieder ihre Pforten. Siebente Auflage des Höfefestes soll wieder 8.000 bis 10.000 Besucher nach Herzogenburg locken.

Von Alex Erber. Erstellt am 22. August 2019 (03:40)
Hans Kopitz
Das Organisationsteam auf einen Blick: Gundis Pöhlmann und Fritz Stefan laden zum Besuch des siebenten Herzogenburger Höfefestes am Samstag, 7. September, herzlich ein.

Am Samstag, 7. September, heißt es wieder „Hinter die Fassade g‘schaut“. Ab 16 Uhr steigt die siebente Auflage des Höfefestes. Es handelt sich um die größte Veranstaltung dieser Art in ganz NÖ. 16 Höfe öffnen ihre dabei ansonsten meist nicht öffentlich zugänglichen Pforten, 16 Mal gibt es ein spezielles Motto, 16 Live-Bands werden auftreten. Die Veranstaltung endet um Mitternacht und findet bei jedem Wetter statt.

Die Eröffnung erfolgt im „Hof 15“, dem Kulturzentrum Reitherhaus. Raffaela Plank wird mit Panflötenklängen für die musikalische Umrahmung sorgen. Begleitet wird das junge Talent von „Bubbles 4you“ mit bunten Seifenblasen, anschließend geht es dann am Rathausplatz mit Riesenseifenblasen weiter. Erstmals gibt es auch ein spezielles Angebot für Kinder. Im ehemaligen Geschäft der „Blumen-Inge“ am Kirchenplatz können sich die jüngsten Besucher im Blumenstecken probieren.

Auch „Naschkatze“ ist wieder dabei

Neben bester Musik ist heuer wieder für kulinarische Köstlichkeiten gesorgt. Neben allerlei Deftigem oder Mediterranem kommen auch Naschkatzen auf ihre Kosten, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn zum zweiten Mal mit dabei ist die „Naschkatze“ in Person der Konditormeisterin Alexandra Hubmayer, die in der gleichnamigen Firma wunderbare Hochzeitstorten und feinste Mehlspeisen kreiert. Hubmayer ist im Hof Spevak, dem „Süßen Hof“ (gleich neben der Eisdiele), vertreten.

Das Organisationsteam hat im Vorfeld des Höfefestes, zu dem auch heuer wieder 8.000 bis 10.000 Besucher erwartet werden, ganze Arbeit geleistet. Denn dieses Team besteht im Grund genommen aus nur zwei Personen, der ehemaligen VP-Wirtschaftsstadträtin Gundis Pöhlmann, und dem Vorstandsdirektor der Sparkasse Herzogenburg-Neulengbach, Fritz Stefan. „Ich schaue, dass das Geld reinkommt und er verwaltet seit Jahren gewissenhaft unser Konto“, schmunzelt Pöhlmann, die in diesen Tagen ihren 75. Geburtstag feiern wird.

„Es hat bei allen bisherigen Festen keine einzige Anzeige gegeben. Und dabei soll es natürlich auch bleiben.“

Zur Arbeit im Vorfeld gehören auch die Gespräche mit den Besitzern der Höfe. Ein Steuerberater hat sie beispielsweise informiert, worauf sie bei solchen Veranstaltungen achten müssen, auch hinsichtlich der Speisenverabreichung, Stichwort Allergen-Verordnung, oder der Sanitäranlagen ist Aufklärungsarbeit geleistet worden. Denn auf einen Umstand zeigt sich Gundis Pöhlmann im NÖN-Gespräch ganz besonders stolz: „Es hat bei allen bisherigen Festen keine einzige Anzeige gegeben. Und dabei soll es natürlich auch bleiben.“

Die Organisatorin hat sich heuer über alle Maßen angestrengt, um eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen, wobei sie in diesem Zusammenhang allen Sponsoren, durchwegs Herzogenburger Firmen, einen herzlichen Dank ausspricht. Die Arbeit diente für Gundis Pöhlmann nämlich als Ablenkung in sehr schwieriger Zeit, wie sie betont.

Ihre Tochter (50) ist heuer an einem unentdeckt gebliebenen Keim im Rückenmark verstorben, vor vier Jahren hatten Dieter und Gundis Pöhlmann bereits den Schwiegersohn verloren, der einem Krebsleiden erlag: „Für mich ist diese Arbeit Therapie. Ich bin körperlich und geistig zum Glück noch bei bester Gesundheit, aber seelisch schaut es ganz anders aus.“

Das Höfefest findet im Zwei-Jahres-Rhythmus statt, 2021 wird es dann wieder soweit sein. Mit oder ohne Gundis Pöhlmann? „Höchstwahrscheinlich ist das kommende Höfefest mein letztes Fest an vorderster Front. Ich würde mich freuen, wenn es eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger gibt. Denn es wäre wirklich sehr schade um diese schöne Veranstaltung, die stark zur Innenstadtbelebung beiträgt.“