„Ich werde Showmaster“. ERÖFFNUNG / Therapie unter freiem Himmel, die gibt es ab sofort im Ambulatorium Sonnenschein. René Jirsak testete für die NÖN.

Erstellt am 14. Juni 2011 (00:00)
Auch Renés Papa Michael ist von der Therapie unter freiem Himmel begeistert.NÖN
NOEN
x
NOEN

VON SANDRA RAMSAUER-HOFER

REGION HERZOGENBURG, ST. PÖLTEN / René schaut verzwickt. Die Bodenwellen bringen den 9-Jährigen aus Herzogenburg nahezu zur Verzweiflung. Seine Arme tun weh, Papa Michael hilft nach und schiebt am Rollstuhl seines Buben. Am asphaltierten Gehweg fühlt sich René sichtlich wohler, er lächelt - zumindest bis zur Frage „René, was ist das Coolste für dich hier im Garten“. Die Antwort folgt sofort: „Nix. Des is voi anstrengend.“ Papa Michael Jirsak lacht. Weder René, noch die restlichen kleinen Patienten im Sozialpädiatrischen Zentrum, dem St. Pöltner Ambulatorium Sonnenschein, haben sich schon eingelebt. Der neue Therapiegarten wurde erst jetzt eröffnet. Therapie unter freiem Himmel, auf einer Fläche von etwa 1500 Quadratmeter ist ab sofort am Eisberg möglich.

Neue Art der Therapie um  190.000 Euro

Aber ungewohnt. 190.000 Euro mussten zusammengekratzt werden, um den Kindern und Jugendlichen mit speziellen Bedürfnissen eine neue Art der Therapiemöglichkeit schaffen zu können. „Danke“, sagte Direktor Robert Holovsky bei der Eröffnungsfeier. „Es gab 1-Euro-Spenden, 5-Euro-Spenden, aber auch Spenden über 10.000 Euro.“ Auch Landeshauptmann-Vize Wolfgang Sobotka wurde das Projekt im Visionsstadium präsentiert. „Wos kost des?“, fragte er damals. „So viel, warum kost des so viel?“ „Wir haben’s ihm dann erklärt“, kann Holovsky heute lachen. „Na guat, dann zahlen wir die Hälfte“, meinte Sobotka schließlich.

Immerhin, so Holovsky, sei der Therapiegarten „weit mehr als ein Spielplatz“. Zehn Stationen gibt es für die Kids: Etwa eine Rutsche, die so breit ist, dass die Kinder sie gemeinsam mit den Therapeuten nutzen können.

5000 Patienten wurden seit der Gründung 1995 im Ambulatorium - das Verträge mit den wichtigsten Sozialversicherungsträgern hat und Eltern somit nicht finanziell belastet - betreut. Der 9-jährige René ist einer davon. „Jeden Montag ist er da“, erzählt sein Papa. „Na Papa, am Dienstag hab ich Physiotherapie.“ „Weißt“, fügt der Bub gleich hinzu „jetzt bin ich einmal mit dem Heimtrainer gefahren bei der Therapie und der hat hingeschrieben ,schwer bewegliche Füße‘.“

René fixiert mit den Händen die Räder seines Rollstuhls und zuckt mit den Schultern. Das mit den Füßen sei eben so. Außerdem träumt der 9-Jährige nicht von einer Marathonkarriere, sein Ziel hat er für sich klar definiert: „Ich werde Showmaster.“ Der Nachfolger von Florian Silbereisen. Und eine Freundin wie die des jetzigen Volksmusik-Stars wär auch nicht schlecht. Wer die ist? „Weißt das nicht?“, fragt der 9-Jährige entsetzt. „Na, die Helene Fischer.“

Näheres im Internet: www.ambulatorium-sonnenschein.at