Herzogenburger Firma bringt Revolution in der Sensorik. Neues Herzogenburger Unternehmen liefert Lösungen für die Bereiche Medizin sowie Bauindustrie.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 25. Mai 2019 (04:27)
Hans Kopitz
„Wir sind zuversichtlich, dass wir sowohl dem Gesundheitswesen als auch der Bauindustrie künftig einen revolutionären Dienst erweisen können“, so Dieter Süss, Herbert Heigl und Ernst Windhör (von links).

Drei junge Männer – Technikgenie Dieter Süss, Herbert Heigl, Geschäftsführer des traditionellen Bau- und Zimmereiunternehmens, und der Gemeinlebarner Bankmanager Ernst Windhör – haben Anfang des Jahres gemeinsam mit Roman Windl die Firma „SuessCo Sensors“ mit Sitz in Herzogenburg gegründet. Sie liefert maßgeschneiderte Sensorik-Lösungen.

Das Trio hat sich vorgenommen, mit fundiertem Know-how und direktem Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich der Sensortechnik – vorerst einmal – zwei Probleme zu lösen, die einerseits beim Einsatz bei der Lagerung von Medikamenten und Blutkonserven auftreten, andererseits der Bauindustrie große Probleme beziehungsweise Kosten ersparen.

Die meisten medizinischen Produkte, Medikamente und Impfstoffe sind temperaturempfindlich und können ihre Wirkung verlieren, wenn sie bei Transport und Lagerung zu starken Temperaturschwankungen außerhalb der vorgegebenen Grenzwerte ausgesetzt werden. Im Gesundheitswesen gilt es nicht nur, gesetzliche Anforderungen umzusetzen, sondern vielmehr, die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.

Blut ist eine wertvolle und knappe Ressource, dennoch werden rund 15 bis 30 Prozent der jährlichen Spenden wegen Fehlplanung und mangelnder Temperaturüberwachung verworfen – dies ist sowohl aus ethischer als auch medizinischer und wirtschaftlicher Sicht ein großes Problem.

Blutkonserven werden genau überwacht

„Unser Sensor-System ermöglicht eine Aufzeichnung der Temperatur während des Transports und der Lagerung. Mit einem Ampelsystem kann sofort eindeutig eine Über- oder Unterschreitung der festgelegten Temperaturschranken erkannt werden. Die Kontrolle erfolgt bei der Übernahme mit einem Handgerät, das zuverlässig anzeigt, ob die Blutkonserven während des Transportes im zulässigen Temperaturbereich geblieben sind und speichert die Temperaturdaten als Funktion der Zeit in einer Datenbank ab“, erläutert Dieter Süss.

Das zweite Problem betrifft die Bauindustrie, wo der Kostendruck stetig zunimmt. Im Zuge der Erstellung von Betonbauten beziehungsweise Betonfertigteilen gibt es wichtige Entscheidungen wie beispielsweise den Zeitpunkt des Weiterbauens nach dem Ausschalen. Diese haben relevante Auswirkungen auf die Durchlaufzeit der Baustelle und die Qualität und Lebensdauer des Bauobjekts. Im Wesentlichen sind all diese Entscheidungen von Festigkeitsentwicklung und Temperaturverlauf des Betons abhängig. Beides kann durch neuartige Sensortechnologie effizient festgestellt werden.

Herbert Heigl erklärt: „Die Lösung unseres Unternehmens optimiert die Durchlaufzeit des Bauvorhabens – durch Einbringung von passiven Sensoren, die sich durch lange Lebensdauer, ohne Batterie- und Kabelverbindung, direkt im Beton auszeichnen. Dies ermöglicht die Messung der relevanten physikalischen Größen wie zum Beispiel Temperaturverlauf, Feuchtigkeit oder Dehnung direkt im Beton – und stellt damit eine höhere Qualität sowie eine Reduzierung der Kosten sicher.“

„Eine professionelle Überwachung kann Probleme und Schwachstellen rechtzeitig erkennen"

Außerdem werden ähnliche Sensoren zur Gebäudeüberwachung eingesetzt, denn egal ob Gebäude, Brücken, Tunnel oder andere Infrastrukturen, alle Objekte unterliegen externen verschiedenen Abnützungen, die zu Störungen führen können. „Eine professionelle Überwachung kann Probleme und Schwachstellen rechtzeitig erkennen und so die Sicherheit des Objektes gewährleisten beziehungsweise die Wartungs- und Instandhaltungskosten reduzieren und somit zur Verlängerung der Lebenszeit von Objekten beitragen“, betont Herbert Heigl.