Ehrenring für Erber. Inzersdorf-Getzersdorf würdigte die Verdienste des Parade-Unternehmers, der in der Gemeinde 220 Jobs geschaffen hat.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 15. Juni 2019 (03:54)
Hans Kopitz
„Mit dem Erber Campus ist ein Zentrum entstanden, das unsere Gemeinde wirtschaftlich stärkt und attraktiv macht“, so Bürgermeister Gorth bei der Überreichung des Ehrenringes an Erich Erber.

Im Rahmen einer kurzen, aber würdevollen Feier ist Erich Erber der Ehrenring der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf verliehen worden. Der Ausgezeichnete ist Gründer und Präsident der Erber-AG, einer nicht börsennotierten, österreichischen Aktiengesellschaft. Den Betrieb ins Leben gerufen hat Erber 1983 mit drei Mitarbeitern.

Bei der Feier dabei waren Aufsichtsräte der Erber Group, die Inzersdorf-Getzersdorfer Gemeinderäte sowie Harald Kosik, Leiter der Walpersdorfer Schlossfestpiele, der zwei junge Violin-Virtuosinnen „beisteuerte“, die mit ihren Instrumenten die Umrahmung übernahmen.

Die Laudatio hielt Bürgermeister Ewald Gorth, der den unglaublichen Werdegang Erbers veranschaulichte, der 1953 in St. Pölten geboren wurde und seit 1998 in Singapur lebt.

Auf dem Francisco Josephinum in Wieselburg absolvierte er damals die landwirtschaftliche Fachmittelschule und schloss diese 1975 mit der Qualifikation zum Agrar-Ingenieur ab.

Während des Studiums absolvierte Erber ein Auslands-Praktikum auf einer Tabak-Farm in Kanada, das erweiterte seinen Horizont gewaltig, und schon damals merkte er, dass „Österreich eigentlich zu klein“ war.

Von 1976 bis 1978 arbeitete er als Betriebsassistent in der Baustoff Produktion in Accra in Ghana. Nach der Rückkehr nach Österreich inskribierte Erich Erber an der Universität Wien das Studium der Volkswirtschaftslehre, das er dann aus privaten Gründen 1980 abbrach. Parallel dazu absolvierte er den Exportkaufmann-Diplomlehrgang an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Im Jahre 1983 kam die Gründung der Erich Erber Kommanditgesellschaft mit Sitz in Pottenbrunn. Unter der Marke „Biomin“ wurden Futtermittelvormischungen mit probiotischen Zusätzen als Ersatz der damals üblichen antibiotischen Leistungsförderer angeboten. Mitte der 80er Jahre besuchte Erber das erste Mal Asien, um dort die Biomin-Produkte bekannt zu machen.

Die Dynamik der Region beeindruckte ihn derart, dass die ganze Familie nach Malaysia auswanderte. 1998 kam dann die Übersiedlung nach Singapur. Der Aufbau der Firmenstruktur ging stetig voran, sodass von Singapur aus der gesamte asiatische Markt als „Regional Headquarter“ bedient wurde und noch immer bedient wird.

Die Erber Group hat vier Tochterunternehmen: Biomin, Romer, Sanphar und EFB. Die Vision des Hauses ist, ein verlässlicher Partner in der Produktion von gesunden und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln zu sein, und Lösungen für eine wachsende Weltbevölkerung anbieten zu können.

36 Töchter in 120 Ländern

Die 36 Erber-Group-Tochtergesellschaften sind in mehr als 120 Ländern und in allen großen Märkten operativ tätig. Die Zentrale befindet sich in Getzersdorf. Dort ist ein Bürokomplex entstanden, in dem seit nunmehr vier Jahren 220 Menschen einen Arbeitsplatz finden. Wer Erber kennt, weiß, dass sich dieser nicht mit Mittelmaß zufriedengibt. So entstand ein nach den jüngsten Erkenntnissen der Ergonomie, Akustik und Platzanordnung konzipiertes Gebäude. Die offene Bauweise mit den vielen Lounge- und Kommunikationszonen dienen dem abteilungsübergreifenden Informationsaustausch.