Warten auf Umfahrung. Kommunalpolitiker halten Lkw-Verkehr für unzumutbar. Beim Land sieht man die Dringlichkeit der „Spange Inzersdorf“ nicht. Dort haben andere Projekte Priorität.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. Januar 2019 (05:45)
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Maria Marchsteiner (SP): „Der starkeVerkehr beeinträchtigt die Lebensqualität.“

Lastkraftwagen, die durch die Gemeinde brettern, eine Menge Lärm machen und die Bürger belästigen. So zeigt sich die Situation in Inzersdorf-Getzersdorf, wenn man die Schilderungen der Gemeinderäte – quer durch alle Parteien – hört. VP-Bürgermeister Ewald Gorth, Geschäftsführende SP-Gemeinderätin Maria Marchsteiner und FP-Gemeinderätin Natascha Müllner sind sich einig, dass die Gemeinde endlich eine Umfahrungsstraße braucht, um den Schwerverkehr aus dem Ortsgebiet zu leiten.

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Ewald Gorth (VP): „Wir werden den Bau der Spange weiter einfordern.“

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung beklagte der Ortschef, dass im Bezug auf die „Spange Inzersdorf“ im vergangenen Jahr wieder nichts erreicht werden konnte. Und das, obwohl die Zeichen zuerst gut standen: „Wir hatten 2018 Finanzierungsgespräche mit dem Land, im Gemeinderat wurde ein Grundsatzbeschluss für den Bau der Umfahrung gefasst – alles hat danach ausgesehen, als würde endlich Schwung in die Sache kommen“, berichtet Gorth. Später sei der Gemeinde vom Land jedoch mitgeteilt worden, dass das Projekt 2018 nicht realisiert werden könne. „Die Planungen sind fertig, wir warten nur mehr auf die Finanzierungszulage des Landes“, wundert sich Marchsteiner.

„Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass 2.000 Fahrzeuge täglich durch die Gemeinde fahren. Das ist nicht viel.“

Thomas Gabler Land NÖ

Darauf könnte die Gemeinde aber noch länger warten müssen. Dem stellvertretenden Leiter der Abteilung „Allgemeiner Straßendienst“ beim Land, Thomas Gabler, zufolge, ist die Situation in Inzersdorf-Getzersdorf weit weniger dramatisch, als sie die Gemeinderäte beschreiben. „Wir haben vor einem halben Jahr eine Verkehrszählung gemacht. Die hat ergeben, dass 2.000 Fahrzeuge täglich durch die Gemeinde fahren. Das ist nicht viel“, meint Gabler. Dementsprechend sei die Umfahrung in der Gemeinde im Unteren Traisental in der Prioritätenliste der Projekte aktuell auch sehr weit unten.

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Natascha Müllner (FP): „Der Schwerverkehr ist für kleine Gemeindeunzumutbar.“

„Wollen Land auf einen Termin festnageln“

Die Gemeinderäte wollen die Sache so aber nicht auf sich beruhen lassen: „Bei vielen Gebäuden kam es bereits zu Rissen in den Fassaden, es gibt Straßenschäden durch Lkw. Für eine kleine Gemeinde wie Inzersdorf-Getzersdorf ist der Schwerverkehr in diesem Ausmaß einfach unzumutbar“, meint Müllner. Marchsteiner ergänzt, dass die Lebensqualität der Bürger durch den Verkehr massiv

beeinträchtigt werde. Und auch der Ortschef ist entschlossen: „Wir werden nicht müde, den Bau immer wieder einzufordern.“ Sein klares Ziel für 2019 sei es, „das Land auf einen Termin für den Baubeginn festzunageln.“