Reh verendete in Sportplatz-Netz. Tier verfing sich in Ballfanganlage und starb. Wer für den entstandenen Schaden aufkommt, ist für den Verein unklar.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 08. August 2019 (03:18)
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Symbolbild

Ein 20 Meter langes und vier Meter hohes Netz umgibt den Beachvolleyballplatz der Gesellschaftsrunde (GSR). Diese Fanganlage hindert aber nicht nur Bälle daran, hinauszufliegen, sondern offenbar auch Tiere, auf den Sportplatz zu gelangen. Einem Reh wurde das Netz nun zum Verhängnis: Es blieb darin stecken und verendete qualvoll.

„Das ist leider schon öfter passiert, beim jüngsten Mal entstand aber zum ersten Mal ein Schaden“, berichtet GSR-Obmann Willi Steiner. Wer dafür nun aufkommen muss, ist aus Sicht des Vereinsobmanns bis heute unklar.

Bezirksjägermeister Johannes Schiesser bringt Licht ins Dunkel: „Jagen darf man nur auf land- und forstwirtschaftlichen Gründen. Wildschäden gibt es deshalb auch nur auf diesen Flächen“, erklärt er.

„In diesem Fall kein Wildschaden“

Im Fall des verendeten Rehes könne daher nicht von einem Wildschaden gesprochen werden. „Weil auf dem Sportplatz die Jagd ruht“, verdeutlicht Schiesser, betont aber, dass das tote Wild dann sehr wohl dem zuständigen Jäger „gehöre“. Anders sehe die Situation aus, wenn der Zaun auf land- und forstwirtschaftlichen Gründen wäre. Dann könnte sogar der umgekehrte Fall eintreten: „Wenn der Zaun etwa nicht genehmigt ist, kann sogar der Jäger vom Verein Geld verlangen“, meint Schiesser.

In diesem Fall sind sich der Vereinsobmann sowie der Bezirksjägermeister aber sicher, dass eine passende Lösung gefunden werden kann.

„Der Schaden beträgt zwischen 800 und 900 Euro. Ich hoffe, dass wir uns irgendwie einigen können“, ist Steiner zuversichtlich. Für die Zukunft müsse man dann schauen, warum immer wieder Rehe auf den Sportplatz laufen, meint Schiesser.