Gestohlene Traktoren sind wieder da!. Rumänische Bande stahl 17 Gefährte. Vier Fahrzeuge konnten sichergestellt werden. Nun sind sie zurück in Österreich. Auch Anton Hagenauers Maschine befindet sich darunter.

Von Thomas Heumesser. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:17)
Thomas Heumesser
Anton Hagenauer ist überglücklich: Vor wenigen Tagen konnte er seinen schwarzen New-Holland-Traktor wieder in die Arme schließen.

Aufatmen und Erleichterung bei Anton Hagenauer aus Großhain und Thomas Hirschmüller aus Absdorf bei Statzendorf. Die Traktoren, die ihnen Ende des vergangenen Jahres gestohlen worden waren, wurden vor wenigen Tagen aus Rumänien nach Österreich überstellt und befinden sich wieder bei den rechtmäßigen Besitzern.

„Die Angst davor, dass der enorme materielle Schaden bald Gewissheit sein würde, lähmte auch tagsüber zunehmend.“ Anton Hagenauer

Und dabei hatten sie auch riesiges Glück. Denn nicht weniger als 17 Traktoren in NÖ und Tirol sind von einer vierköpfigen rumänischen Bande erbeutet worden. 13 davon hat das Quartett zu barer Münze gemacht, der Bandenchef (32) beispielsweise kaufte Immobilien in seiner Heimat.

Die landwirtschaftlichen Geräte von Hagenauer und Hirschmüller sind hingegen an der rumänisch-ungarischen Grenze sichergestellt worden.

„Ich wusste sofort, dass da etwas nicht stimmte“

Anton Hagenauer erinnert sich noch genau an jenen Mittwoch im Dezember, als ihn ein Arbeiter anrief und sich nach dem Verbleib des New-Holland-Traktors erkundigte, der von Blau auf Schwarz umlackiert worden war, um eine Verwechslung mit einem zweiten, identischen Modell ausschließen zu können: „Ich wusste sofort, dass da etwas nicht stimmte.“

Glasscherben und Schleifspuren am Tatort ließen wenig später keinen Zweifel offen: Das Fahrzeug war gestohlen worden.

Dabei ging es im konkreten Fall gar nicht „nur“ um den Traktor. Er diente als zentrales Antriebsaggregat einer selbstentwickelten, nahezu fertigen, Hanffaserproduktionsanlage.

"Mit dem Verlust einer unserer wichtigsten Innovationen, dem umgebauten Ballen-Auflöser, welcher mit dem Traktor mitgestohlen wurde, wurden wir dieser Pionierarbeit innerhalb kürzester Zeit wieder beraubt.“

Der Landwirt im NÖN-Exklusivgespräch: „Die Arbeit mit unserer Hanffaserproduktion schien zu enden, bevor wir überhaupt richtig starten konnten. Wir von der Firma Hanfland haben neben unserem Hauptgeschäft der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb der gesunden Hanfkornprodukte, in den vergangenen Jahren auch an dieser Produktionskette sehr intensiv gearbeitet. Mit dem Verlust einer unserer wichtigsten Innovationen, dem umgebauten Ballen-Auflöser, welcher mit dem Traktor mitgestohlen wurde, wurden wir dieser Pionierarbeit innerhalb kürzester Zeit wieder beraubt.“

Rumänische Bande stahl 17 Gefährte

Tags darauf wurde der für die Täter nutzlose Ballen-Auflöser in einem Wald bei Herzogenburg sichergestellt. Vom Traktor selbst fehlte jede Spur.

Anton Hagenauer: „Die folgenden Nächte hatten nur wenige und kurze Schlafphasen. Die Angst davor, dass der enorme materielle Schaden bald endgültige Gewissheit sein würde, lähmte auch tagsüber zunehmend.“

Zwei Tage später wurde er informiert, dass der Traktor an der ungarisch-rumänischen Grenze sichergestellt worden war. „Fotos des Traktors, auf denen er bis hin zu Aufklebern zu erkennen war, brachten uns dann erstmals Erleichterung.“

„Fotos des Traktors, auf denen er bis hin zu Aufklebern zu erkennen war, brachten uns dann erstmals Erleichterung.“

Jedoch: „Erst in der zweiten Märzhälfte erhielten wir die schriftliche Bestätigung, dass genügende Beweise erbracht seien, sodass es sich nun rechtlich wieder um unseren Traktor handle. Wir waren dabei mehrmals selbst an der Grenzstation, an welcher der Traktor aufgegriffen worden war.“

Besonderer Dank gilt nun der Firma Pamberger in Obritzberg: „Sie hat uns jederzeit und auch spontan die erforderlichen Hilfestellungen bis hin zur Organisation des Rücktransports bereitgestellt.“

Ebenso gelte besonderer Dank den sehr aktiven Beamten der rumänischen Grenzpolizei, denen es ein sehr großes Anliegen war, dass man den Traktor möglichst rasch und unversehrt erhalte.

„Sind dankbar für die Anteilnahme“

Anton Hagenauer: „Sehr beeindruckt waren wir auch von der gewaltigen Anteilnahme der ,Allgemeinheit‘, welche sich durch die vielen Mitteilungen von Beobachtungen und Anregungen sowie den großen Zuspruch - sei es persönlich oder in den sozialen Medien - darstellte. Auch dafür sind wir sehr dankbar.“

Und der Landwirt sinniert abschließend: „Der Amtsweg, den ein solcher Akt zurückzulegen hat, und die sprachliche Barriere – sämtlicher Schriftverkehr musste beglaubigt übersetzt werden – können, wie wir mittlerweile wissen, so einen Fall gleich mehrere Jahre hinauszögern. Wir sind froh, jede Möglichkeit, den Fall voranzutreiben, ergriffen zu haben, denn wer weiß, wann und ob wir unseren schwarzen T6.160 sonst überhaupt zurückbekommen hätten?“