Jubel über Öko-Preis, Kampf gegen Chemie. Verein "Move" erhielt den "Energy Globe Award". Es gibt Bio-Passus für Landwirte, die Ackerflächen pachten.

Von Alex Erber. Erstellt am 18. Mai 2015 (14:20)
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Stadtrat Franz Gerstbauer: »Gegen radikalen Einsatz von Chemie.«

Der „Energy Globe Award“ wurde 1999 vom österreichischen Energie-Pionier Wolfgang Neumann gegründet und ist heute der weltweit renommierteste Umweltpreis. Als regionaler Preis wird er auch in allen österreichischen Bundesländern vergeben.

Der Verein „Move“ hat in NÖ die Kategorie „Luft“ gewonnen: „Er überzeugte mit der Bereitstellung eines Carsharing-Autos mit Elektroantrieb, einer mit Photovoltaik betriebenen Stromtankstelle und der Forcierung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehrsaufkommen“, hieß es in der Begründung der Jury.

Karl Nutz: „Für uns  eine Bestätigung“

Die Überreichung der Auszeichnung nahm Ökopionier, Grün-Gemeinderat und „Move“-Obmann Karl Nutz in St. Pölten entgegen: „Wir vom Verein haben uns natürlich sehr darüber gefreut und wurden damit bestätigt, auf dieser Schiene weiterzumachen“, erklärt er.

NÖ-Gesamtsieger wurden übrigens Schüler der Höheren Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft Yspertal (Bezirk Melk), die zu Abfallbeauftragten ausgebildet worden sind. Sie vertreten die blau-gelben Farben, wenn heute, Dienstag, der Österreich-Sieger aus den bundesweit besten Projekten gekürt wird.

Zurück in die Stiftsstadt, wo die „grüne Handschrift“ in der neuen Rot-Grün-Koalition immer sichtbarer wird. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einen neuen Passus beschlossen, der für Landwirte gilt, die einen bestehenden Pachtvertrag verlängern lassen möchten beziehungsweise einen neuen Pachtvertrag anstreben. Die Bauern verpflichten sich, auf den Flächen, die im Besitz der Stadtgemeinde sind, vor Reihenkulturen (etwa Kukuruz, Zuckerrüben, Erdäpfel) zur konservierenden Bodenbearbeitung, das heißt zum Anbau einer Zwischenfrucht und pflugloser Bodenarbeit. Nachgewiesen kann das über die Teilnahme am ÖPUL (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) werden.

„Aktiver Schutz  des Trinkwassers“

Stadtrat Franz Gerstbauer: „Damit wird verhindert, dass auf Flächen der Gemeinde die großagrarindustrielle Praxis des radikalen Einsatzes von Chemie praktiziert wird. Dies ist aktiver Schutz des Trinkwassers und Umweltschutz.“

Leider passiere der Einsatz der Chemie-Keule aber aktuell auf mancher privater Ackerfläche im Traisental: „Weil es einen finanziellen Vorteil auf Kosten der Umwelt darstellt“, weiß Gerstbauer.

Der Mandatar hat sich im Zuge der Gemeinderatssitzung für die fachliche Beratung bei seinem VP-Kollegen Josef Ziegler, einem Parade-Landwirten, bedankt.