Fünf Jahre Gorenzel in Wölbling. SPÖ-Bürgermeisterin zieht Bilanz. Ihr Vorgänger: „Die Politik geht mir nicht ab.“

Von Thomas Heumesser. Erstellt am 01. Mai 2021 (04:00)
Altbürgermeister Gottfried Krammel gratuliert Karin Gorenzel zum Fünf-Jahr-Jubiläum. Während sie auf viele Vorhaben in der Zukunft blickt, meint er lächelnd: „Die Politik geht mir überhaupt nicht ab.“
Thomas Heumesser, Thomas Heumesser

Karin Gorenzel (SPÖ) feiert ein kleines Jubiläum, sie ist seit fünf Jahren Bürgermeisterin in Wölbling. Sie war die erste Bürgermeisterin in der Region Herzogenburg. Praktisch exakt Jahr später wandelte Daniela Engelhart (ÖVP) auf ihren Spuren, sie wurde Mitte April 2017 angelobt.

„In den vergangenen fünf Jahren hat sich extrem viel getan“, zieht Gorenzel Bilanz.

Zu den Höhepunkten zählt sie Feierlichkeiten jeder Art wie Eröffnungen, Ausstellungen oder Musicals. Ein schönes Highlight sei der Ball der Jugendblaskapelle Fladnitztal gewesen.

„Ein erfreuliches Ereignis war auch die Anschaffung des Feuerwehrautos der Feuerwehr Ambach und dessen Segnung“, erinnert sich die Ortschefin.

Besonders stolz ist sie auf den Zusammenhalt in der Gemeinde: „Er ist gerade jetzt in den Krisenzeiten überwältigend.“

Mit Freude blickt Karin Gorenzel auf den Gemeindegarten, in dem sich viele verschiedene Obstbäume und Beerensträucher befinden: „Das ist ein angenehmer Platz zum Entspannen und zum Tanken von Energie.

Die Renovierung des Technikraumes im Waldbad stand ebenso auf dem Programm: „Damit ist gewährleistet, dass uns dieses Schmuckstück erhalten bleibt.“

Gerne denkt die Bürgermeisterin an die Hausbesuche in ihrer Anfangsphase als Ortschefin zurück: „Da gab es viele nette und konstruktive Begegnungen mit den Bürgern.“

„Die Zeit nach der Wahl war zermürbend“

Es ist allerdings nicht alles Gold, was glänzt, diese Erfahrung musste Gorenzel bei den jüngsten Gemeinderatswahlen machen, bei denen die SPÖ zwei Mandate und damit die absolute Mehrheit verlor. „Die Zeit zwischen der Gemeinderatswahl und der konstituierenden Sitzung war doch recht zermürbend“, sagt sie. Nun regiert sie in einer „Großen Koalition“ mit der von Vizebürgermeister Peter Hießberger angeführten ÖVP.

Für die Zukunft gibt es viele Vorhaben in der Marktgemeinde Wölbling: „Die Fertigstellung des Spielplatzes beim Pfarrhof zählt ebenso dazu wie die ökologische Energiegewinnung durch Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden.“

Ein praktisch abgeschlossenes Vorhaben ist die Umstellung auf LED-Beleuchtung: „Wir sind am jüngsten Stand der Technik.“

Ihr Amt übernommen hat Karin Gorenzel von Gottfried Krammel: „Den letzten Abschnitt im Leben genieße ich bereits seit fünf Jahren. Wenn er noch 20 bis 30 Jahre dauert, bin ich zufrieden“, meint er.

Viele Bürger würden ihn fragen, was er denn so mache in der Politiker-Pension oder ob ihm nicht gar langweilig sei. Krammel: „Die Zeit vergeht mir viel zu schnell im Freizeitstress, obwohl ich schon über einem Jahr eingesperrt bin, nicht nur ich. Diese Pandemie – ohne Worte! Die gemütlichen, persönlichen und sozialen Kontakte sind natürlich in den Hintergrund gerückt. Aber ansonsten ist der Terminkalender das ganz Jahr über voll mit Urlaub, Tagesausflügen, Heurigenbesuchen, Kartenspielen mit den Mitgliedern des Pensionistenverbandes, dessen Vorsitzender ich seit fünf Jahren bin.“

Dazu übt er noch das Amt des Obmanns der Sektion Minigolf bei der Sportunion aus, den Schläger schwingt er ebenso gerne wie jenen beim Tischtennis. Derzeit vermisst er als Stammgast in der Fladnitztal-Arena die Fußballmatches des ASV Statzendorf. Krammel: „Das Wandern in unserem wunderschönen Dunkelsteinerwald mit Gattin und Hund Rocco kommt dafür nicht zu kurz!“ Für ihn steht jedenfalls fest: „Die Politik geht mir überhaupt nicht ab!“