Sepp Sonnleitner lässt in Herzogenburg nicht locker. Kampf um Ohrwaschlbrunnen geht in nächste Runde. Jetzt hat der rüstige Pensionist eine Miniaturversion platziert.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 02. Juli 2019 (04:02)
Hans Kopitz
Rechtsanwältin Ilse Grond enthüllte die verkleinerte Kopie des Ohrwaschbrunnens, die Josef Sonnleitner anfertigen hatte lassen.

Eine etwas außergewöhnliche Skulpturenthüllung gab es kürzlich am Rathausplatz vor dem Petschkahaus, zu dem auch einige interessierte Stadt- und Gemeinderäte gekommen waren.

Weil SP-Bürgermeister Christoph Artner auf einen Brief von Josef Sonnleitner – den er ihm einige Tage davor zukommen hatte lassen – nicht so reagierte, wie dieser sich das vorstellte, griff der Besitzer des Hametner Bauernmuseums und des Petschkahauses zu einem radikaleren Mittel.

Kopie des „Ohrwaschlbrunnens“ nun vor Sonnleitners Haus

Er stellte vor seinem Haus, wo auch eine Kopie der Venus von Willendorf aufgestellt ist, eine weitere Skulptur auf – und zwar eine kleine Version des sogenannten Ohrwaschlbrunnens, der viele Jahre an der Südseite des Rathausplatzes seinen Platz hatte, aber im Zuge der Platz-Neugestaltung entfernt wurde.

„Motivation und Herausforderung“

Hans Kopitz
Rechtsanwältin Ilse Grond enthüllte die verkleinerte Kopie des Ohrwaschbrunnens, die Josef Sonnleitner anfertigen hatte lassen.

In dem Brief an die Gemeindevertreter war zu lesen: „Wie Sie wahrscheinlich alle wissen, ist mein Interesse für unsere Stadt, besonders für das Aussehen der Innenstadt, ein besonderes Anliegen. Der Neubau des Rathauses zeigt, dass die Stadt im 21. Jahrhundert angekommen ist – und ich finde, das wäre eine besondere Motivation und Herausforderung, weitere Schritte zu unternehmen.

Zum Beispiel der Blumenschmuck und die Bepflanzung des Platzes, um die öde, leere Fläche für die Besucher der Stadt und auch unseren Einwohnern, attraktiver zu machen. Weil der leere Platz auch nach einer Skulptur ruft und wir Gott sei Dank eine besitzen, wäre es höchste Zeit, diese aufzustellen.“

Sonnleitner: Schirmbar muss dem Ohrwaschlbrunnen weichen

Sonnleitner wäre sogar bereit, für die Neugestaltung des Platzes einen Betrag von 3.000 Euro springen zu lassen, allerdings müsste dafür die Schirmbar dem Ohrwaschlbrunnen weichen, denn die ist ihm aus optischen Gründen schon lange ein Dorn im Auge.

Vor einem Jahr ist schon Bürgermeister Franz Zwicker nicht gerade in einen Begeisterungstaumel gefallen, als Sonnleitner mit diesem Vorhaben zu ihm gekommen ist. Und auch Christoph Artner als sein Nachfolger muss sich – um es milde auszudrücken – erst orientieren, um eine Entscheidung zu treffen.

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