Einbrecher waren nur Einschleichdiebe. Diebe erleichterten 24-Jährigen, bei Versicherung und Polizei erzählte er von Einbruch. Vor Gericht kassierte er dafür Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. Oktober 2018 (02:19)
APA (DPA/Archiv)
Symbolbild

Einschleichdiebe trieben im Vorjahr in der Region um Herzogenburg und im Bezirk Tulln ihr Unwesen. Dass die auch im Haus seines Großvaters in Kapelln zugeschlagen haben, soll einem 24-Jährigen gelegen gekommen sein. Nun sitzt er wegen Versicherungsbetrugs und falscher Zeugenaussage vorm Richter.

Nachdem Langfinger im Haus des Großvaters gestohlen hatten, erstattete der 24-Jährige Anzeige wegen Einbruchsdiebstahls. Reifen und Autozubehör sollen die Kriminellen aus einer Garage eingesackt haben.

Wegen hoher Schadensmeldung wurde dann eine Versicherung hellhörig. Und es stellte sich heraus: Einbrecher waren keine am Werk gewesen.

Ob der Angeklagte geschwindelt hat, um von der Versicherung für Einbruch mehr zu kassieren als für Diebstahl? Das verneint er im Prozess am Landesgericht vehement. Der Richter ließ bereits ein Gutachten einholen. „Einbruchsspuren wurden keine gefunden. Die Kerbspuren an der Türe stammen vom Heraustragen von Gegenständen, aber nicht von einem gewaltsamen Öffnen von außen“, zitiert der Richter daraus.

Strenge fordert der Staatsanwalt: „Was der Angeklagte angegeben hat, ist nicht passiert“, meint er. Schuld steht auch für den Richter fest. „Keine alltägliche Geschichte, die da aufgetischt wurde“, sagt er und verurteilt den bislang unbescholtenen 24-Jährigen zu acht Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.