Ein Urteil mit Beigeschmack. Über das Ende im Prozess des Jahres.

Von Alex Erber. Erstellt am 14. Mai 2019 (03:52)

Der Prozess des Jahres ist zu Ende und hat für die „Hauptfigur“, wie es der Richter formulierte, mit einer nicht rechtskräftigen Verurteilung geendet. Andreas Dockner, ehemaliger Bürgermeister von Obritzberg-Rust, ist der Untreue, des Betrugs und des Diebstahls überführt und schuldig gesprochen worden. Er hat die Gemeinde geschädigt und muss immerhin knapp 8.000 Euro Ersatz bezahlen.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt freilich: Das sehr milde Urteil, 16 Monate bedingte Haftstrafe plus einer Geldstrafe, suggeriert, dass man sich als Politiker so einiges erlauben kann, ohne dafür in Haft zu müssen.

Und ein weiterer Aspekt darf nicht unbeachtet bleiben. Die Opposition hat seinerzeit zwar oftmals aufgeschrien, die VP gab sich entweder ahnungslos oder machte dem Bürgermeister die Mauer. Was auch ihre Interventionen belegen, die es gab, als erste Malversationen ans Tageslicht kamen und ihren Niederschlag in der unabhängigen Berichterstattung fanden.