Erschreckend wenig Gefühl. Über den beschämenden Umgang mit der älteren Generation.

Von Alex Erber. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:14)

Das Zitat von Gustav Heinemann, des dritten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, ist aktueller denn je: „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt.“

Wie geht die Gesellschaft, vielmehr die Politik, mit alten, betagten Menschen um? Um es mit einem Wort kurz und bündig zu formulieren: beschämend.

Da wird medienwirksam suggeriert, dass mit den ersten Impfungen (Ende Dezember) das Ende des Corona-Tunnels in Sicht sei. Wohlwissend, dass zu wenig Impfstoff vorhanden ist. Und dann die Anmelde-Lotterie: Weil er keinen Computer besitzt, hat sich ein 98-jähriger Herzogenburger, wie ihm geraten, an seine Tochter (weit über dem Pensions-Antrittsalter) gewandt. Prompt funktionierte bei ihren Versuchen die Anmeldung nicht, offenbar war ein Knopf zu wenig bedient worden.

Wer damit spekuliert, dass 70-, 80-, 90-Jährige PC-Spezialisten sind, zeigt erschreckend wenig Gefühl.