Mit der Routine wird es leiser. Über den Jungpolitiker Süleyman Zorba aus Traismauer.

Von Alex Erber. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:12)

„Es geht um alles oder nichts“. „Wir fühlen uns um unsere Zukunft betrogen, denn wir wissen, dass der Fehler nicht bei einigen Wenigen, sondern in einem kaputten System liegt.“ „Wir brauchen einen radikalen Systemwandel.“ Drei Kostproben vom Internet-Auftritt des Nationalratsabgeordneten Süleyman Zorba von den Grünen. Wenngleich es kein Fehler ist, Fehler von der Wurzel her, also radikal, anzupacken, hat die Wortwahl doch etwas Bedrohliches, mitunter etwas Unheimliches an sich.

Im persönlichen Gespräch relativiert sich das Ganze, da zeigt sich der Römerstädter (27) durch und durch als Realist. Alle Menschen von null auf hundert in die Bahn? Fehlanzeige. 1-2-3-Ticket von heute auf morgen? Nein.

Es ist das Kapital der Jugend, lauter, durchdringender, forscher, frecher zu sein. Auch das Kapital junger Politiker. Mit zunehmendem Alter, mit zunehmender Routine werden die rauen Töne stetig leiser. Weil Politik in einer Demokratie oftmals nichts Revolutionäres an sich hat, sondern noch immer das Bohren harter Bretter bleibt.