Totgesagte leben länger. Über den guten, alten Hausbesuch.

Von Alex Erber. Erstellt am 21. Januar 2020 (03:26)

Das Buhlen um Stimmen bei den Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag ist in kurzer Zeit zu Ende. Mögen die Themen in den einzelnen Kommunen noch so unterschiedlich sein, auf ein bewährtes Rezept haben beinahe alle Parteien und Listen in den vergangenen Tagen und Wochen zurückgegriffen: auf den guten, alten Hausbesuch.

Altmodisch, zu viel Aufwand, unbeliebt, so hat man die Hausbesuche noch vor wenigen Jahren in Misskredit gebracht. Wer etwas auf sich hielt oder hält, bediente das Internet und verbreitete dort seine Botschaften.

Doch gerade in Zeiten, in denen man vielfach nur noch über soziale Netzwerke kommuniziert, kommen der reale Besuch, der reale Plausch, die reale Möglichkeit, eine Frage zu stellen, wieder in Mode. Bürgermeister und Kandidaten aller politischen Richtungen berichten von durchwegs guten Erfahrungen, die sie bei den totgesagten Hausbesuchen erlebt haben; weil durchs (reale) Reden die Leut‘ zusammenkommen.