Wirbel rund um Fahrdienst. VP-Stadtrat Hauptmann ortet politische eine Schlagseite. Grünen-Stadtrat Gerstbauer kontert scharf.

Von Alex Erber. Erstellt am 02. Juli 2019 (04:00)
Franz Gerstbauer (Grüne): „Beschämend, dass man auf diese Attacke reagieren muss.“
NOEN

Rund um den Verein „Fahrdienst“ hat es im Gemeinderat einen heftigen Konflikt zwischen zwei Stadträten gegeben, Erich Hauptmann von der VP und Franz Gerstbauer von den Grünen.

Ausgangspunkt war ein Subventionsantrag des Vereins, der im September den Probebetrieb aufnehmen möchte. Mit Anfang des nächsten Jahres soll dann aus dem Probe- ein Regelbetrieb werden. Der Verein hat im Vorfeld ein „Worst-Case-Szenario“ errechnet. Was kostet es, wenn das Angebot überhaupt nicht angenommen wird, der Fahrdienst nicht funktioniert? Exakt 5.287 Euro kostet es. Daher gewährt die Stadtgemeinde, so wurde es bei der Gemeinderatssitzung beschlossen, eine Startförderung in der Höhe von 3.000 Euro. Außerdem werden 2.000 Euro Ausfallhaftung übernommen.

So weit, so unstrittig. Doch dann ging es so richtig los. Denn nach mehreren Informationsveranstaltungen, was denn der Fahrdienst ist und wie man sich ihn in Herzogenburg vorstellt, hat sich ein Verein gegründet. Bei ihm fungiert Initiator und Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen als Obmann. Und das schmeckt Erich Hauptmann überhaupt nicht.

„Im Vorfeld ist immer kommuniziert worden, dass sich bei diesem unpolitischen Verein die Politik heraushalten wird. Zumindest soll kein Politiker die Funktion des Obmanns übernehmen, das hat auch Franz Gerstbauer immer wieder gesagt. Und jetzt ist Gerstbauer plötzlich Obmann. Für mich ist das schon verwunderlich“, polterte der VP-Stadtrat.

„Im Vorfeld ist immer kommuniziert worden, dass sich bei diesem unpolitischen Verein die Politik heraushalten wird.“

„Ich wollte diese Funktion nicht zwingend übernehmen, es war von den Mitgliedern ausdrücklich erwünscht“, erklärte Gerstbauer. Dass er wortwörtlich gesagt habe, dass kein Politiker die Funktion des Obmanns übernehmen soll, sei eine Unterstellung, die er zurückweise.

SP-Bürgermeister Christoph Artner versuchte zu schlichten: „Es ging wohl um die Frage, ob sich überhaupt jemand findet, der als Obmann fungiert.“

Gerstbauer ist übrigens nicht der einzige Politiker im Vorstand, darin befinden sich auch Kurt Schirmer junior (SP) und Peter Schwed (VP).

Erich Hauptmann (VP): „Gerstbauer ist Obmann. Für mich ist das verwunderlich.“
NOEN

Im NÖN-Gespräch legt Franz Gerstbauer nach: „Es ist beschämend, dass man auf Hauptmanns Attacke reagieren muss. Der Frust, den er seit der Gemeinderatswahl 2015 hat, kommt bei ihm immer wieder hoch. So ist es auch dieses Mal. Ich habe viel Arbeit als Lehrer und daheim, meine Tochter baut ein Haus, da ist meine Hilfe gefragt, und jetzt kommt auch noch die Tätigkeit für den Fahrdienst dazu, die ehrenamtlich ist. Alle Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Hauptmann kann gerne eine Funktion übernehmen, allerdings, und das wird ihm nicht schmecken, ist sie mit Arbeit verbunden.“