Die Schinkenfleckerl haben nichts bewirkt. Betreiber der „Schlossküche“ sind in die Pleite geschlittert. Unternehmen hat bereits vor einigen Tagen Kochlöffel zur Seite gelegt.

Von Alex Erber. Erstellt am 21. Oktober 2018 (03:40)
Archiv/Hans Kopitz
Gastronomisch begonnen hat alles als „Balthasar“ mit Haubenkoch Roland Pieber (Bild). Doch auch der „Schlossküche“ war kein Erfolg beschieden.

Die „m-quadrat Event & Food Management GmbH“, Pächterin des Restaurants „Schlossküche“ im Schloss Walpersdorf, hat am vergangenen Mittwoch das Konkursverfahren beantragt. „Mit der Eröffnung des Verfahrens ist in Kürze zu rechnen“, teilt der Kreditschutzverband von 1870 mit.

Überschuldung beläuft sich auf 65.000 Euro

Die Passiva belaufen sich auf rund 200.000 Euro, die Aktiva werden mit 135.000 Euro beziffert.

Es gibt rund 25 betroffene Gläubiger, fünf Arbeitnehmer haben ihren Job verloren, denn wie Geschäftsführer Markus Katschnig im NÖN-Gespräch informiert, hat der Betrieb am Sonntag der vorvergangenen Woche zum letzten Mal aufgekocht. Kulinarisches Vergnügen hat zunächst das Lokal „Balthasar“ bereitet.

Starkoch Roland Pieber gelang es sogar, zwei Hauben zu erringen. Doch die niveauvolle Küche brachte nicht den gewünschten Erfolg. Man zog die Reißleine und stellte auf gutbürgerliche Küche unter dem neuen Namen „Schlossküche“ um. Motto: Schinkenfleckerl statt Hüftsteak.

„Uns fehlte die Exklusivität“

Letztlich hat auch diese Maßnahme nichts bewirkt, was Markus Katschnig mit Bedauern zur Kenntnis nehmen musste. Er spricht von zu hohen Fixkosten und von einem Umstand, der sehr belastend wirkte: „Es hat die Exklusivität gefehlt, bei Veranstaltungen im Schloss waren plötzlich fremde Catering-Unternehmen am Werk, wir konnten uns nicht dagegen wehren.“