Bezirk St. Pölten: Betrug im Netz boomt. 2019 gab es weniger Einbrüche, dafür stiegen Internet-Verbrechen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 22. Mai 2020 (05:48)
Einbrüche in Wohnhäuser gab es weniger, obwohl ein Teil des Bezirks an guten „Fluchtrouten“ wie der Westautobahn oder der S 33 liegt.
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Es ist ein weitläufiger Rayon, von der Wiener Stadtgrenze bis hin ins ländliche Pielachtal, in dem Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler mit seiner Mannschaft für Sicherheit sorgt.

„Menschen sichern ihre Objekte besser ab“

Anlässlich der aktuellen Kriminalstatistik für 2019 gab er der NÖN einen Einblick in die Kriminalitätsentwicklung. So sind die angezeigten Delikte im Bezirk von 3.931 Anzeigen minimal auf 4.142 Delikte gestiegen, ebenso die Aufklärungsrate von 50,6 auf 51,8 Prozent.

„Zivilcourage zeigen. Anzeige erstatten.“ Pichlers klarer Appell an die Bürger, denn: „Oft wird aus einer vermeintlich kleinen Sache eine große Geschichte“, weiß er und verweist auf die Klärung von 22 Sachbeschädigungen durch Jugendliche im Irenental, ermöglicht durch die Beobachtung einer Bürgerin.

Erfreulich: Einbrüche in Wohnungen und Häuser als auch in Firmen und Gastronomiebetriebe sind rückläufig. „Hier zeigt sich die gute Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt, aber auch die enge Kooperation mit der Exekutive im Ausland“, begründet er dies, aber nicht nur: „Die Menschen sichern ihre Objekte besser ab. Hier greifen unsere Kriminalprävention, das Innenministeriumsprojekt ,Gemeinsam.sicher‘, aber auch die Förderungen des Landes.“

Als Erfolg in Kooperation mit dem Landeskriminalamt verbucht er, dass über 1.000 Dateien mit kinderpornografischem Material in Wilhelmsburg sichergestellt werden konnten.

Auch Gewalt gegen die Polizei nimmt zu

Um beachtliche 70 Prozent ist die Internetkriminalität gestiegen. „Sehr oft ist es der ,Microsoft-Betrug‘, wo User sich Schadstoffsoftware installieren oder Bestellbetrug“, führt er aus.

Auch schreckliche Gewaltdelikte fanden Eingang in die Kriminalitätsstatistik. Im Raum Herzogenburg und in der Gegend um Prinzersdorf gab es Vergewaltigungen.

Auch die Gewalt gegen die Polizei nimmt zu. Erst vor Kurzem wurde ein Beamter von einem Burschen gegen den Kopf getreten und verletzt. Bei 100 Personen mussten Zwangsmittel zur Unterbringung in ein Spital angewendet werden.

Auch Drogen sind Thema: 122 Cannabispflanzen fand man in in Ober-Grafendorf. Einen Erfolg gab es bereits heuer im Bereich der Suchtgiftkriminalität zu verbuchen. So flog eine Cannabiszucht auf einem Bauernhof im Pielachtal auf. 189 Pflanzen wurden dort sichergestellt.