Wölbling

Update am 19. Januar 2017, 16:05

von Birgit Kindler, Gila Wohlmann, Alex Erber und Redaktion noen.at

Blutrausch: Sohn tötete Vater mit Axt. Ein Familiendrama hat sich in Oberwölbling (Bezirk St. Pölten-Land) zugetragen: Ein junger Mann (20) soll in einem wahren Blutrausch seinen Vater, Wölblings ÖKB-Obmann Franz Müllner, mit einer Hacke getötet haben.

Der 20-Jährige soll am Mittwochabend den eigenen Vater mit einer Axt erschlagen haben, teilte Karl Wurzer von der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Warum es zur Gewalttat in der Hafnergasse gekommen ist, ist noch unklar. Beim Todesopfer handelt es sich um Wölblings ÖKB-Obmann Franz Müllner (53). Er wurde im Hof aufgefunden. Jede Hilfe kam zu spät.

Franz Müllner  |  Archiv

Der Sohn des Opfers, der den Mord gestand und festgenommen wurde, war im Ort nicht bekannt und hat auch nicht in Wölbling gewohnt. Er dürfte sich bei der Tat in einen Blutrausch gesteigert und den Vater mit zwei Axt-Attacken von vorne sowie mindestens 25 Schlägen von hinten getötet haben.

Dabei war die Fürsorge des Vaters groß. Vor zwei Monaten versuchte er - wie NÖN-Recherchen ergaben - am Herzogenburger Wohnungsamt vorstellig zu werden, um eine Wohnung für den Sohn zu bekommen - weder Vater noch Sohn erschienen dann aber.

Nachbarin im NÖN-Exklusivgespräch geschockt

Der Täter alarmierte selbst die Polizei, unmittelbar danach verständigte auch ein Nachbar die Exekutive. Der Verdächtige ließ sich dann widerstandslos festnehmen. Die Axt wurde am Tatort vorgefunden und sichergestellt.

Eine Nachbarin des mutmaßlichen Mörders zeigte sich am Donnerstagnachmittag im NÖN-Exklusivgespräch fassungslos: "Wir sind alle schwer geschockt, ich könnte über den Burschen nichts Böses sagen. Florian war immer höflich und nett, und hat immer freundlich gegrüßt. Wir können uns diese schreckliche Tat nicht erklären."

APA/HELMUT FOHRINGER

Die Einvernahme des 20-Jährigen dauerte an. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hat dem Sprecher zufolge eine Obduktion des Opfers angeordnet. Der Beschuldigte sollte noch am Donnerstag in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert werden.

Zudem sei ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben worden, um die Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten zu überprüfen, bestätigte Michaela Obenaus, Sprecherin der Staatsanwaltschaft St. Pölten, am Donnerstagnachmittag.