Verein zeigte Mann bei Amtstierarzt an. Hunde nahmen Reißaus. Man fand sie, doch ihr Besitzer hatte nur unflätige Worte übrig.

Von Alex Erber. Erstellt am 19. Juni 2020 (03:55)
Symbolbild
Aneta Jungerova/Shutterstock.com

Über einen traurigen wie gleichermaßen unglaublichen Vorfall berichtet der Verein „Tullner Pfotenhilfe“ auf seiner Facebook-Seite.

In Murstetten sind in der vergangenen Woche zwei offenbar herrenlose Hunde aufgefunden worden. Davon in Kenntnis gesetzt worden ist die „Tullner Pfotenhilfe“, ein Vereinsmitglied machte sich sofort auf den Weg ins Perschlingtal. „Beide Hunde waren eher eingeschüchtert und knurrten, aber Mitarbeiterin Sylvia hatte am Weg noch Frankfurter Würstchen besorgt und konnte die beiden Vierbeiner schnell überzeugen, dass sie ihnen nichts Böses möchte“, berichtet Vereinsobfrau Andrea Stark.

Nachdem die Würstchen verspeist waren, ließen sich die Hunde brav anleinen. Mikrochips wurden gefunden und ausgelesen, einer der beiden war registriert.

Nach etlichen Anrufen bei den Besitzern meldete sich dann eine ältere Dame und teilte mit, dass ihr Gatte schon unterwegs sei.

Eine Viertelstunde später war der Besitzer tatsächlich vor Ort.

„Wir hätten jetzt erwartet, dass er freudestrahlend seine Hunde begrüßt, aber es kam ganz anders“, teilt Andrea Stark mit.

Der Kapellner habe der Kollegin die Hunde aus der Hand gerissen, beide äußerst grob in den Kofferraum geworfen und lediglich gesagt: „Die sch . . . deppaten Viecha gehör’n eh daschlog’n“. Die Vereinsobfrau weiter: „Dass die Hündin augenscheinlich läufig ist und gerade ihre Stehtage hat, interessierte ihn nicht und auch sonst wollte er nichts wissen und fuhr eilig davon.

Mitarbeiterin merkte sich Autokennzeichen

Das Kennzeichen des Autos hat sich die Vereins-Mitarbeiterin gemerkt.

Die „Pfotenhilfe“ machte Namen und Adresse des Besitzers ausfindig und kontaktierte ihn tags darauf, ob er in Zusammenhang mit seinen Hunden Hilfe irgendeiner Art benötigt. Andrea Stark im NÖN-Gespräch: „Der Hundebesitzer zeigte sich jedoch derart unkooperativ, dass wir ihn beim zuständigen Amtsarzt gemeldet haben. Ich hoffe, dass er demnächst einen Kontrollbesuch unternimmt.“