Bauernmarkt Herzogenburg: Statt „Aus“ kam Boom. Veranstaltung stand schon auf der Kippe, nun ist Frequenz größer denn je.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:08)
Bauernmarkt erlebt Boom: Tanju sowie Sabi und Deyan Atanosov, die dort ihr Obst verkaufen, Bäcker Markus Engl, Babsi Angerer, die mit ihren Blumenarrangements den Markt verschönert, Bürgermeister Christoph Artner und Vizebürgermeister Richard Waringer sowie Herbert und Renate Munk (von links).
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Eine Bereicherung für die Stadt – und natürlich vor allem für ihre Bewohner – ist der wöchentliche Bauernmarkt, der jeden Samstag am Rathausplatz als Nahversorgerfunktion von vielen Haushalten in Anspruch genommen wird. Das Interesse an natürlichen Produkten ist in den vergangenen Jahren immer mehr geworden und es wird dort auch vieles angeboten. Von Obst und Gemüse über Back- und Fleischwaren bis zu Blumen, Getränken, Säften, Käse, Honig oder Mehlspeisen ist alles zu haben.

Angeboten werden dieProdukte von Familien und Idealisten aus der Region – wie von Gerlinde und Rudolf Hell aus Statzendorf, die sich ganz Salaten und Kraut verschrieben haben. Kartoffelsalat zum Beispiel wird morgens früh, oft schon zu nächtlicher Stunde, geschnitten und mariniert, damit er den strengen gesetzlichen Auflagen gerecht wird, aber auch, damit ihn die Kunden wirklich frisch am Mittagstisch haben.

„Goldene Honigwabe“ für die Bienen-Produkte

Auch Lois Döller aus Inzersdorf, der dort schon seit Jahren sein Selbstgeschlachtetes anpreist, hat vielen Stammkunden. Käsemann Karl-Heinz Himmelstein ist für seine Sortenvielfalt bekannt, Markus Engl für sein Gebäck und Annemarie Steidl für ihre Mehlspeisen. Bienenfachmann Franz Ducke aus Michelhausen wurde für seine Produkte mit der „Goldenen Honigwabe 2020“ ausgezeichnet. Babsi Angerer sorgt mit ihren Blumenarrangements, dass Farbe ins Geschehen kommt– und auch Anna Preiss sowie Hans Baumgartner, dessen Schaumrollen fast im ganzen Bezirk bekannt sind, bereichern an jedem Samstag den Markt.

Betreiber und Kunden wurden immer weniger

Dabei hatte der ehemalige Bürgermeister Franz Zwicker im Jänner 2015 dem samstägigen Bauernmarkt ein baldiges Ende vorausgesagt. Aus gutem Grund: Die Betreiber und somit auch die Kunden wurden immer weniger (die NÖN berichtete ausführlich). Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis die Lichter ausgehen. Und heute der krasse Gegensatz: Der Bauernmarkt erlebt einen Boom, er ist beliebter denn je.

Bedingt auch durch den Klimawandel kommen immer mehr Menschen zum Nachdenken, denn durch die langen Transportwege leidet nicht nur das Aroma der Speisen, sondern auch die Umwelt.

Zudem sind saisonale Produkte aus der Region meist sehr gesund. Ausgereift geerntet, können sie ihre Aromastoffe vollständig ausbilden und enthalten mehr Nährstoffe.

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