Grünes Licht für St. Andräer Steg. Gemeinderat stimmte für freitragende Brückenvariante. Die Hälfte der rund 700.000 Euro muss die Stadt bezahlen.

Von Hans Kopitz und Thomas Werth. Erstellt am 29. September 2019 (03:14)
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Der alte, 1885 gebaute St. Andräer Steg bleibt noch so lange stehen, bis sein „Nachfolger“ fertiggestellt ist. Dieser wird dann ohne Stützpfeiler in der Traisen auskommen.
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Der Neubau des St. Andräer Stegs nimmt konkretere Formen an. Wesentlich dafür waren drei einstimmige Beschlüsse im Gemeinderat.

So waren sich die Mandatare einig, dass das neue Bauwerk über die Traisen eine freitragende Brücke sein wird. Drei Varianten wurden zur Beschlussfassung vorgelegt, der Gemeinderat entschied sich schlussendlich für die vom beauftragten Büro empfohlene Version. Sie soll beim Bau und der anschließenden Wartung auch die kostengünstigste Variante sein und hat den Vorteil, ohne Stützpfeiler in der Traisen auszukommen.

Der neue Steg wird etwas südlich zur alten Traisen-Überquerung errichtet. Auffallend ist, dass der Neubau im 90-Grad-Winkel zur Traisen stehen wird. Dadurch kann das Bauwerk so kurz wie möglich ausgeführt werden.
Hans Kopitz

Wie der neue Steg optisch genau gestaltet wird, wird erst entschieden. Fix ist, dass nach erfolgter Ausschreibung der Arbeiten ehestmöglich mit der Umsetzung des Projektes begonnen werden soll. Der neue Steg wird ein wenig südlich von der bestehenden Brücke und im 90-Grad-Winkel zur Traisen errichtet. „Der Steg kann dadurch so kurz wie möglich gebaut werden“, erklärt Bürgermeister Christoph Artner. Außerdem wird er knapp einen Meter höher sein als der jetzige Steg. „So ist garantiert, dass der Durchfluss bei einem Hochwasser gegeben ist“, begründet dies Artner. Um den Höhenunterschied sanft auszugleichen, wird eine rund 20 Meter lange Zufahrtsrampe errichtet.

Außerdem wird der neue Steg breiter sein als der über 100 Jahre alte „Vorgänger“. Da er nicht nur ein Teil des Weinberg- und Traisentalradweges ist, wo im Sommer oft hunderte Radfahrer unterwegs sind, sondern auch ein Teil des österreichischen Jakobsweges und schließlich die kürzeste Verbindung zwischen Herzogenburg und St. Andrä, gab es wegen der geringen Breite des alten Steges ab und zu Auseinandersetzungen, von welcher Seite er zuerst benützt werden darf.

ARGE-Beitritt Grundlage für Landesförderung

Beschlossen wurde auch der Beitritt zur Arge Radwegoptimierung Traisentalroute. Dieser ist notwendig, damit der Neubau samt Abriss der alten Brücke zu 50 Prozent gefördert wird. Für die Stadt bleibt der Kostenanteil von rund 335.000 Euro, der ebenfalls beschlossen wurde.

Dass der Steg erneuert wird, stand bereits seit dem Frühjahr fest. Zuvor wurde noch geprüft, ob eine Sanierung des 1885 gebauten Steges möglich ist. Diese wäre aber nicht gefördert worden und hätte fast genauso viel gekostet, wie die Stadtgemeinde nun bezahlen wird. Im März wurde dann einstimmig von den Mandataren im Gemeinderat ein Neubau beschlossen – und da der Steg nicht unter Denkmalschutz steht, obwohl er mehr als 100 Jahre alt ist, gab es auch vom Bundesdenkmalamt keine Einwände.

Alter Steg wird erst nach Neubau abgerissen

Der alte Steg wird noch bis zur Eröffnung der neuen Traisen-Überquerung benutzt werden können. Über den Anfang des Jahres im Gemeinderat eingebrachten Vorschlag, einen kleinen Teil des alten Stegs als Erinnerung dort aufzustellen, wird ebenso noch entschieden wie die mögliche anderweitige Nutzung des Stegs oder eines Teiles davon.