Unverständnis wächst in der Region Herzogenburg. 1G, 2G, 3G, Inzidenzen, Intensivbetten-Belegung, Maskenpflicht im Handel für Ungeimpfte: Wer soll sich da noch auskennen? Vor allem Veranstalter und Gastronomen blicken wieder einer ungewissen Zukunft entgegen.

Von Hans Kopitz, Peter Nussbaumer, Günther Schwab und Thomas Heumesser. Erstellt am 15. September 2021 (04:00)
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Gastronom Fritz Priesching hält fest: „Ich bin nicht die Polizei.“
Peter Nussbaumer

Theresa Stelzhammer hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die Leiterin der Landjugend Rust blickt der Rustikalparty am kommenden Samstag entgegen: „Als Veranstalter hat man es in Situationen wie diesen nicht leicht. Man muss sich mehrmals erkundigen, welche zusätzlichen Regeln zu beachten sind und meist wird man danach auch nicht schlauer, weil plötzlich wieder neue Regelungen beschlossen werden.“

„Das Ganze artet zu einem Kasperltheater aus“

Zuletzt habe sie sehr viel Zeit in lange Internetrecherchen und Telefonate investiert, damit sie sich als Veranstalterin sicher sein kann, dass sie die geltenden Regeln einhält. Stelzhammer: „Das Unwissen über unvorhersehbare Angaben und Änderungen macht mir Sorgen, da wir deswegen keine hundertprozentige Sicherheit fürs Fest haben.“

Martin Lutz ist Veranstalter von Kulturevents in Traismauer: „In den vergangenen Monaten haben wir trotz der vielfachen Änderungen bei den Covid- Maßnahmen Kulturveranstaltungen organisiert und auch durchgeführt. Wir haben ein entsprechendes Eintrittssystem entwickelt, sodass die Vorgaben eingehalten werden können. Erfreulich ist, dass rund 90 Prozent der Besucher vom vergangenen Wochenende geimpft und voll immunisiert waren. Das gibt etwas mehr Sicherheit für den Veranstalter.“

„Wie es mit den Veranstaltungen weitergeht, wissen wir noch nicht. Ich habe noch keine Instruktionen bekommen. Aber schön langsam artet das Ganze zu einem Kasperltheater aus“, meint Franz Leithner, Vorsitzender des Herzogenburger Pensionistenverbandes.

„Maßnahmen sind unüberschaubar“

Sauer ist die Gastronomie: „Natürlich müssen wir uns auf die neuen Regeln einstellen und mitmachen, denn es wurden ja Strafen angedroht – und wir werden auch kontrolliert. Aber für uns Gastronomen sind Kontrollen der Gäste eine unbezahlte Mehrbelastung“, poltert Josef Maurer, Wirt in der Herzogenburger Herrengasse.

Und auch Hans-Peter Schnurrer, Gastronom in der St. Pöltner Straße, bekundet offen seinen Unmut: „Natürlich freut es mich nicht, wenn es schon wieder neue Regeln gibt.“ Nachsatz: „Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren.“

Fritz Priesching vom Dorfcafe Weißenkirchen sagt: „Die Maßnahmen sind unüberschaubar geworden, außerdem bin ich nicht die Polizei. Die Regierung hätte einfache Regeln erlassen sollen, die für alle - geimpft oder nicht geimpft - in gleicher Weise gelten sollten. Oder es wäre besser gewesen, gleich zu sagen, für Handel und Gastro gilt generell eine 2G- oder 1G-Regelung und Masken sind für alle verpflichtend.“

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