Was würde ein Baum erzählen?. Rund um Platane in Herzogenburg: Bürger werden ersucht, ihre ganz eigenen Geschichten zu übermitteln.

Von Alex Erber und Hans Kopitz. Erstellt am 13. Mai 2021 (03:41)
Dominierend thront die alte Platane schon Jahrzehnte auf ihren Platz an der Kremser Straße.
Hans Kopitz, Hans Kopitz

Das Viertelfestival NÖ im Mostviertel wurde pandemiebedingt auf heuer verschoben und erheblich verlängert, sodass dem Platzhirsch, dem Markenzeichen des Festivals, erstmals zweieinhalb Monate mehr und damit insgesamt fünfeinhalb Monate Spielzeit zur Verfügung stehen: Von 14. Mai bis 31. Oktober 2021 geht das Viertelfestival NÖ mit 57 Projekten (davon neun Schulprojekte) unter dem Motto „Bodenkontakt“ über die Bühne.

Eine Veranstaltung findet auch in Herzogenburg statt. Im Mittelpunkt steht dabei die mehrere hundert Jahre alte Platane auf dem „Platzl“ mit Blick Richtung Kirche in der Kremserstraße 17 bis 19. „Baumtraum. Platz der Gedanken. Ein Baum erzählt“, lautet der Titel der Veranstaltung, die bereits am Freitag, 11. Juni, eröffnet und von der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft organisiert wird. Die künstlerische Leitung obliegt Karin Neckamm und Doris Holler-Bruckner von der Künstlergruppe „Powerful People“.

„Die Platane trägt viele Erinnerungen in sich und hätte, wenn sie sprechen könnte, viel zu erzählen!“, ist Karin Neckamm überzeugt. Stellvertretend für den Baum sollen die Bewohner Herzogenburgs zu Wort kommen.

Daher bitten die „Powerful People“ die NÖN-Leser um Mithilfe: „Können Sie sich an etwas Besonderes erinnern oder wissen, was früher hier geschah? Was hat sich hier verändert? Haben Sie Fotos von einst und jetzt, aus der Innenstadt von Herzogenburg, von veränderten Orten, von den Bewohnern der Stadt? Wir freuen uns, wenn Sie ,ihre‘ ganz persönliche ,Herzogenburger Geschichte‘ erzählen!“, sagen Karin Neckamm und Doris Holler-Bruckner unisono.

Es wird ersucht, Fotos bei der Firma Kuchar in der Kremserstraße 17 abzugeben. Geplant ist, damit oder mit Vergrößerungen davon die Schaufenster der Herzogenburger Geschäfte für einige Monate zur Galerie werden zu lassen.

Wer Besonderes aus der Innenstadt erzählen möchte, kann mit Karin Neckamm in Kontakt treten: 0676/6176473. Die speziellen Erinnerungen werden im Rahmen eines interaktiven Eröffnungsfestes am 11. Juni direkt bei der Platane mit Improvisationstheater und Musik unter dem Titel „Erinnerungen der Platane“ vorgestellt. Parallel startet eine Ausstellung der gesammelten Bilder in Herzogenburger Auslagen.

Eröffnung am 11. Juni, Ende am 10. September

Ein gemeinsames „Baumfest“ unter der Platane mit Musik bildet dann am 10. September den krönenden Abschluss.

„Das Baumfest war eine Idee meiner Schwester Doris Holler-Bruckner. Sie gehört wie Karin Neckamm zur Teamleitung von ,Powerful People‘, wo sie ihre künstlerische Ader als Visionärin mit der Arbeit zur Teambildung verbindet. Sie ist auch Herausgeberin von Österreichs größter Energie- und Umweltplattform ,Oekonews‘ und arbeitet an Dokumentarfilmen, die mit Ökologie und Umwelt zu tun haben. Als mich meine Schwester fragte, ob ich an diesem Projekt interessiert bin, habe ich sofort zu gesagt“, erklärt die Obfrau der Interessengemeinschaft der Wirtschaft, Evelyne Moser-Bruckner. Sie hofft natürlich auf große Beteiligung und Zuspruch der Herzogenburger Bevölkerung: „Es gibt sicher viele ältere Menschen, die etwas erzählen oder Bilder liefern könnten. Da zähle ich auch auf unseren Wolfgang Payrich vom Stift, der kann sicher etwas dazu beitragen. Allerdings müssen erst die Rahmenbedingungen ausgearbeitet werden, was in der Zeit, in der es fast jeden Tag neue Verordnungen gibt, nicht ganz einfach ist. Ich werde auch versuchen, die Musikschule und die Volksschule zum Mitmachen einzuladen, sodass es ein Fest für Jung und Alt werden kann.“