Region Herzogenburg: Mit voller Kraft in das neue Jahr. Die Bürgermeister der Region verraten, welche Projekte trotz sparsamer Budgetierung heuer auf jeden Fall umgesetzt werden sollen.

Von Alex Erber, Günther Schwab, Lisa Zederbauer, Thomas Heumesser und Peter Nussbaumer. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:00)
Seit Jahren harrt der Neubau des Statzendorfer Feuerwehrhauses seiner Verwirklichung. Nun hat ihn Bürgermeister Herbert Ramler zur Chefsache erklärt: „Er hat 2021 Priorität.“
Thomas Heumesser

Auch das Jahr 2021 wird überschattet von der Corona-Pandemie und ihren Folgen. Die Gemeinden starten vorsichtig, aber zuversichtlich und mit voller Kraft in dieses Jahr. Die NÖN wollte von den Bürgermeistern der Region wissen, wie sich der Anlauf gestalten wird und welche Projekte heuer gestartet beziehungsweise umgesetzt werden sollen.

Herzogenburg

Das erste Projekt im neuen Jahr wird die Adaptierung des Reitherhauses zu einem vollwertigen Ersatz-Kindergarten. „Außerdem liegt der Blickpunkt bereits auf den baulichen Maßnahmen rund um den Kindergarten in St. Andrä“, blickt Bürgermeister Christoph Artner voraus. Für die Bürger hat er eine gute Nachricht, die Gebühren werden nicht erhöht, um die ohnehin schon angespannten Geldbörsen nicht noch zusätzlich zu belasten. Nicht davon betroffen ist die Seuchenabgabe, auf die Gemeinde keinen Einfluss hat.

Die Mandatare starten mit vollem Elan, die erste Gemeinderatssitzung wird noch im Jänner über die Bühne gehen.

Traismauer

In der Römerstadt ist der Lückenschluss beim Hochwasserschutz vor Kurzem begonnen worden. Der Start für den Um- und Zubau des Landeskindergartens II steht unmittelbar bevor, dafür sind 1,235 Millionen Euro veranschlagt. „Es handelt sich um die beiden wichtigsten und größten Vorhaben in diesem Jahr“, erläutert Bürgermeister Herbert Pfeffer.

Hinzu kommen Straßenbau- und Kanalerweiterungsvorhaben, dotiert mit 1,42 Millionen Euro. Pfeffer: „Natürlich sind auch die Zeremonien- und Aufbahrungshalle am Friedhof, der Stadtgrabenpark und das kommunale Wertstoffsammelzentrum gemeinsam mit den Gemeinden Nussdorf und Inzersdorf-Getzersdorf zentrale Themen.“

Der Wirtschaftshof erhält einen Kommunaltraktor mit Kehrmaschinen- und Schneeräumungsfunktion.

Nussdorf

„Nach wie vor ist die Entwicklung des Industriegebietes ein zentrales Vorhaben“, sagt Bürgermeister Heinz Konrath.

Es gebe auch Gespräche über Betriebsansiedelungen: „Diese gilt es zu finalisieren und die Rahmenbedingungen dafür zu optimieren. Zusätzlich sollen auch diverse Straßenbauarbeiten und Infrastrukturmaßnahmen (Wasserversorgung, Kanalerweiterung) umgesetzt werden.

Inzersdorf-Getzersdorf

2021 ist für viele Gemeinden ein unsicheres Jahr, einerseits wegen der finanziellen Lage, andererseits wegen der Unsicherheit, ob und welche Veranstaltungen stattfinden können. Deshalb hat man entschieden, nicht beschlossene Projekte, die für 2021 geplant waren, zurückzustellen. „In den vergangenen Jahren konnten wir immer Rücklagen bilden, die uns jetzt helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen. Trotzdem müssen wir kaufmännische Vorsicht walten lassen und uns im nächsten Jahr auf das Notwendigste beschränken“, erklärt Bürgermeister Ewald Gorth.

Zu den wichtigsten Projekten zählt der „Gemeinde-Zehner“, der nach vielen Verhandlungen und Überlegungen Ende Jänner Realität werden wird. Die Münzen und der Automat sind bereits eingetroffen und warten nur noch auf die Inbetriebnahme. „Wir hoffen, mit dieser Aktion die lokalen Handelsunternehmen zu unterstützen“, so Gorth. Die Gemeinde wird ein Gutscheinheft an Haushalte verteilen, das als eine Art Sammelpass agiert. Sobald in diesem ein Einkaufswert von 200 Euro im heimischen Handel dokumentiert wurden, kann dieses im Gemeindeamt für einen „Gemeinde-Zehner“ eingelöst werden.

Weiters wird die zweite Tranche der LED-Umrüstung vorgenommen.

Wölbling

Apropos LED: „Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED inklusive Intelligenz ist unser größtes Projekt, das bereits 2020 begonnen hat. Für das Jahr 2021 wurden dafür 300000 Euro budgetiert“, berichtet Bürgermeisterin Karin Gorenzel. Budget und Projekte seien jedoch sehr sparsam gehalten: „Wir wollen uns die Entwicklung im Haushaltsjahr einmal anschauen.“

Jedenfalls am Programm stehen der Bau des neuen Spielplatzes in Oberwölbling, die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie Sanierungen von Feuerwehrhäusern und Güterwegen.

Statzendorf

„Priorität hat der Neubau des Feuerwehrhauses“, betont Bürgermeister Herbert Ramler und skizziert die weiteren Schritte: „Zu Jahresbeginn sollen der Abschluss des notwendigen Grundstücksankaufs um 250.000 Euro sowie die Umwidmung erfolgen, danach die Aufstellung der Finanzierung und Genehmigung des Landes.“

Die Situlastraße mit Nebenflächen in Kuffern wird im Frühjahr um 60.000 Euro asphaltiert.

Abhängig von Förderungen sollen Photovoltaikanlagen am Gemeindeamt, Kindergarten und Feuerwehrhaus Kuffern errichtet werden. Der Unterbau des Fladnitzfeldweges wird untersucht, um die Asphaltierung des nördlichen Abschnitts vorzubereiten. Dafür sind 100.000 Euro vorgesehen. Im Blickpunkt hat der Ortschef auch die Nahversorgung: „An einem Konzept wird in einer eigenen Arbeitsgruppe mit Hochdruck weitergearbeitet.“

Obritzberg-Rust

 „Unser größtes Projekt für das kommende Jahr wird der Endausbau unseres Lichtwellenleiter-Netzes sein, damit bis Ende des Jahres das gesamte Gemeindegebiet flächendeckend mit Glasfaser- Internet versorgt ist. Genaue Kosten können wir erst nach Angebotsöffnung bekannt geben - alles andere wäre nicht zielführend“, blickt Bürgermeisterin Daniela Engelhart voraus.

Im Frühjahr wird man auch die Bedarfserhebung für den Kindergarten in Großrust durchführen, um feststellen zu können, ob eine Erweiterung auf eine fünfte und sechste Gruppe inklusive Bewegungsraum notwendig ist. Momentan ist eine provisorische fünfte Gruppe installiert, die für zwei Jahre genehmigt ist.

Seitens der Straßenbauabteilung und der Straßenmeisterei Herzogenburg ist geplant, die Landesstraße zwischen Eitzendorf und Noppendorf, ergänzend zu den bereits sanierten Teilstücken, zu sanieren.

Die „Franz-Weidlich-Straße“ in Großrust soll im Frühjahr fertiggestellt werden - anschließend werden die Bauarbeiten für die geplanten Doppelhäuser seitens des Bauträgers beginnen.

In Flinsdorf (Neuflinsdorf Richtung Westen) soll auch mit den Arbeiten für die Aufschließung begonnen werden - ein Bauträger hat dieses Grundstück gekauft und plant ebenfalls Doppelhäuser.

In Obritzberg/Eitzendorf bei den „Fabian“-Gründen wird es eine Ausschreibung für ein Straßenbauprojekt geben.

Die Ortschefin freut sich bereits auf drei Großereignisse bei den Feuerwehren. In Großrust-Merking und Hain-Zagging werden zwei neue Fahrzeuge in den Dienst gestellt. Außerdem soll der Zubau des Feuerwehrhauses in Schweinern voraussichtlich am 4. Juli feierlich eröffnet werden.

Perschling

 „Wir lösen ein latentes Problem in Langmannersdorf: Ein Haus, das bei Starkregenfällen bereits mehrmals überflutet wurde, soll durch eine große Fanggrube nachhaltig geschützt werden, das Investitionsvolumen beträgt 70.000 Euro. Da die Gemeinde den Hausbau vor Jahren genehmigt hat, sind wir in der Pflicht“, berichtet Ortschef Reinhard Breitner. Ein zweites Vorhaben ist die Einrichtung eines sicheren Fußweges zwischen Weißenkirchen und Perschling, die durch Grundablösen längs der Landesstraße ermöglicht werden soll.

Kapelln

Man setzt weiter stark auf den Klimaschutz. Bürgermeister Alois Vogl: „Wir haben einen E-Bus angekauft, der nicht nur den Vereinen zu Gute kommen soll. Wir planen nach dem Vorbild der Stadtgemeinde Herzogenburg die Einrichtung eines Fahrtendienstes, der mit diesem E-Bus abgewickelt werden soll.“ Außerdem soll die in die Jahre gekommene Ölheizung der Volksschule durch eine Pelletsheizung ersetzt werden.

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