Mutter soll Kinder geschlagen haben. Jahrelange „gesunde Watschen“ für die Sprösslinge oder handelt es sich um einen Rosenkrieg zwischen geschiedenen Eltern?

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 16. August 2018 (05:32)
Symbolbild

„Die Angeklagte dürfte mit der Erziehung überfordert gewesen sein, hat Maßnahmen, die vor 100 Jahren durchaus üblich waren, gesetzt“, sagt Staatsanwalt Karl Wurzer im Prozess gegen eine 37-Jährige aus Nussdorf. Mit schweren Anschuldigungen sieht sich die Mutter zweier Kinder vor Gericht konfrontiert.

„Ihrem Sohn hat sie jahrelang wöchentlich Ohrfeigen und einmal einen Tritt in den Rücken versetzt. Mit körperlicher Gewalt hat sie gedroht und auch der Tochter hat sie drei Mal wöchentlich über Jahre hinweg Ohrfeigen verpasst. Dafür hat das Gesetz eine Strafdrohung von fünf bis 15 Jahren Freiheitsstrafe ausgemessen“, so der Ankläger weiters.

Kinder leben beim Vater

Zum Vorwurf der fortgesetzten Gewaltausübung gegenüber den Minderjährigen Stellung nehmen möchte die Angeklagte vorerst nicht. Ob Zeugen bei den Kindern Verletzungen wahrgenommen haben? „Ich habe die Kinder regelmäßig gesehen. Sie hatten keine Rötungen, keine Kratzer, keine Hämatome. Sie waren offen, fröhlich, weder verschreckt noch eingeschüchtert“, sagt die Arbeitgeberin der Angeklagten. Und ein anderer meint: „Alles absurd. Da handelt es sich um einen verspäteten Rosenkrieg zwischen geschiedenen Eltern.“

Mittlerweile leben die Kinder beim Vater. An der Mutter lässt dieser kein gutes Haar. „Die Kinder waren verwahrlost und ausgehungert. Ab und zu hat es ein Butterbrot für sie gegeben, gekocht wurde nie. Sie haben von Ohrfeigen erzählt und davon, dass sich keiner um sie kümmert.“ Auf ein Urteil muss die Angeklagte noch warten, der Prozess wird vertagt.